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20.07.2010, 11:33 Uhr
Dieter Fluck

Limburg

Feuer in Limburg: Bauernfamilie stirbt im Schlaf


Bei einem Hofbrand in Limburg-Dietkirchen sterben sechs Menschen. Die Großeltern und zwei Saisonarbeiter überleben.







Die rückwärtige Hofseite des Wohnhauses des Burghofes, das vom Brand
zerstört wurde.zoomHofbrand in Limburg | mittelhessen.de
Ein Großbrand auf einem Bauernhof im Limburger Stadtteil Dietkirchen hat in der Nacht zum Dienstag sechs Todesopfer gefordert. Auf dem "Burghof" verstarben der 59-jährige Landwirt und seine Ehefrau mit ihren drei schwerstbehinderten Kindern im Alter von 18 bis 35 Jahren. Ein polnischer Erntehelfer, der sich aus dem Dachgeschoss retten wollte und an einem Seitengiebel aus dem rankenden Efeu in die Tiefe stürzte, verstarb am Morgen an den Folgen seiner schweren Verletzungen im Limburger Krankenhaus.

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Mehr Informationen lesen Sie in unserem Blickpunkt Brandkatastrophe in Limburg
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Senior-Bauer Josef Gotthardt, der das dreigeschossige Haus im Erdgeschoss bewohnte, wurde gegen 0.30 Uhr durch einen Knall aus dem Schlaf gerissen. Gotthardt: "Es war ein Schlag als wenn ein Schrank umgefallen wäre." Als er nach der Ursache schauen wollte, stand das Treppenhaus bereits in Flammen. Der 80-Jährige lief zu Nachbarn, von dort wurde die Feuerwehr alarmiert. Mit Hilfe des Nachbarn gelang es ihm, seine gleichaltrige, im Rollstuhl sitzende Ehefrau Irmgard aus dem Haus zu holen. Beide werden mit einem Schock in einem Psychiatrischen Krankenhaus behandelt.






60 Feuerwehrleute kämpften gegen das Inferno und waren am Morgen noch längere Zeit mit Nachlöscharbeiten beschäftigt. Sie verhinderten, dass die Flammen auf Stallungen mit Kühen und Schweinen übergriffen. Sechs Menschen sind am frühen Dienstagmorgen bei dem Feuer in einem Bauernhaus in Limburg (Hessen) ums Leben gekommen. Vier weitere Bewohner des Hauses wurden verletzt. Für die Feuerwehrleute ein traumatisierendes Erlebnis. Ein Augenzeuge berichtete von weinenden Feuerwehrleuten. Foto: Dieter FluckzoomFlammen-Inferno | mittelhessen.de
Auch ein zweiter Erntehelfer (34) und ein 56-jähriger Stallarbeiter konnten sich unverletzt ins Freie retten und wurden im Krankenhaus versorgt. Die Erntehelfer wohnten im Dachgeschoss der Stallknecht  im Untergeschoss des Wohnhauses. Der "Burghof" ist der einzige Bauernhof in Dietkirchen.

Für die fünfköpfige Familie im Ersten Obergeschoss des Gehöfts am Rande der Gemeinde Dietkirchen kam jede Hilfe zu spät. Dort soll der verheerende Großbrand seinen Ausgang genommen haben. Als Feuerwehrleute das Haus nach eineinhalb Stunden intensiver Löscharbeit über eine Leiter betreten konnten, wurden die schlimmsten Befürchtungen zur traurigen Gewissheit. Sie fanden die Leichen des Landwirtssohns Paul-Josef Gotthardt (59) und seiner Ehefrau Maria (56) sowie ihrer drei schwerstbehinderten Kinder Nicole (35), Michael (33) und Regina (18). Sie starben an  Rauchgasvergiftung, zwei von ihnen sind verbrannt.






Am Seitengiebel des Wohnhauses wollte sich der polnische Erntehelfer
vermutlich aus dem Ersten Obergeschoss über das Efeu retten. Er stürzte
in die Tiefe und erlitt tödliche Verletzungen.zoomErntehelfer flüchtet und stirbt | mittelhessen.de
Stadtbrandinspektor Uwe Zimmermann: "Als wir eintrafen brannte  das Haus ab dem Ersten Obergeschoss und das Dachgeschoss lichterloh. Die Flammen schlugen aus den Fenstern und meterhoch über dem Dach." 60 Feuerwehrleute aus Limburg mit der großen Drehleiter, Dietkirchen, Offheim und Dehrn waren stundenlang im Löscheinsatz. Sie verhinderten ein Übergreifen der Flammen auf die benachbarten Stallungen mit Kühen und Schweinen. Am Einsatzort arbeiteten zwei Notärzte, zwei Leitende Notärzte, der OrgaLeiter Rettungsdienst, Polizeibeamte und Mitarbeiter der Notfallseelsorge.  Drei Rettungswagen standen bereit.

Totengeläute von der Lubentiusbasilika lag am Morgen über der 1.700-Einwohner-Gemeinde. Es war die folgenschwerste  Brandkatastrophe in der Region nach dem Krieg. Die Brandursache ist völlig unklar, das Haus unbewohnbar. Spezialisten des Landeskriminalamts wurden in die Ermittlungen eingeschaltet. Kreisbrandinspektor Georg Hauch: "Wo das Feuer begonnen hat, ist noch unklar."






Der "Burghof" am Vormittag. Im Ersten Obergeschoss lebte die verstorbene
Familie, im Erdgeschoss Alt-Bauer Josef Gotthardt, dessen Wohnung von
dem Flammen-Inferno verschont blieb. Foto: Dieter FluckzoomBurghof nach dem Brand | mittelhessen.de
Am Brandherd herrschte in der Nacht eine bedrückende Stimmung,  es flossen Tränen. Alle starrten unentwegt auf das Haus, das fünf tote Mitbürger beherbergte, die im Dorf integriert und beliebt waren.
Ortsvorsteher Bernhard Eufinger war fassungslos: "Ich weiß nicht, was ich sagen soll. Vor drei Wochen war die Familie noch mit uns in der Partnergemeinde Oudenburg in Belgien. Wir werden zu einem
Trauergottesdienst einladen und sicher auch die Kirmes am  Monatsende absagen."

40 Stück Milchvieh wurden am Morgen von befreundeten Landwirten gemolken und versorgt. "Wir müssen uns noch um einige hochtragende Rinder auf der Weide kümmern und um die Kälber, es wurden auch vier bis fünf Hausschweine gefüttert. Der Kreisbauernverband kümmert sich um die Weiterführung des Hofes. Es wurde zunächst ein Betriebshelfer eingesetzt.

Landwirt Josef Gotthardt ist weit über die Region bekannt. Er verbrachte sein Leben mit ehrenamtlichen Aufgaben, war unter anderem 28 Jahre in der Kommunalpolitik aktiv, darunter 21 Jahre als ehrenamtlicher Stadtrat und führte fast 30 Jahre den Limburger Angelsportverein.

Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 20.07.2010 um 11:40:33 Uhr

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Kommentare (4)
  • Man kann den Leuten nur immer wieder raten sich Rauchmelder zu kaufen ,die kosten wirklich wenig und retten Leben ,besonders nachts ,wenn man im Schlaf nichts mitbekommt.



    Auch ich kannte die Familie von Kindesbeinen an und es ist sehr traurig, was dort passiert ist



  • ich bin geschockt über die nachricht aus der heimat.
    ich kenne die familie sehr gut.



    unschöne Nachrichten aus der Heimat







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