Orban will mehr als eine Million Flüchtlinge abschieben

«Einsammeln und wegbringen»
Grenze in Ungarn
Grenze in Ungarn: Der rechtskonservative Regierungschef Orban will Flüchtlinge in riesige, von Bewaffneten bewachte Lager außerhalb der EU abschieben. Foto: Balazs Mohai

«Alle, die illegal gekommen sind, sollte man einsammeln und wegbringen. Aber nicht in andere (EU-)Länder, sondern in Gebiete außerhalb der EU», sagte der rechtskonservative Politiker am Donnerstag dem ungarischen Nachrichtenportal «Origo».

Außerhalb der EU sollte man «von bewaffneten EU-Kräften gesicherte, mit EU-Geld finanzierte große Flüchtlingslager» errichten, meinte Orban. Die Betroffenen sollten dort Asylanträge stellen können und erst dann weitergelassen werden, wenn sie ein EU-Land aufnehme. «Bis dahin müssen sie sich aber in den großen, außerhalb der EU gelegenen Lagern aufhalten. Es kann eine Insel sein oder irgendein Abschnitt der nordafrikanischen Küste.»

Orban praktiziert in Ungarn eine Politik der Abschottung gegenüber Flüchtlingen. Seit einem Jahr stehen an den Grenzen zu Serbien und Kroatien stacheldrahtbewehrte Zäune. Am 2. Oktober findet auf Initiative der Regierung ein Referendum statt, bei dem die Bürger EU-Quoten zur Verteilung von Asylbewerbern über die Mitgliedsländer ablehnen sollen.

Orban-Interview bei Origo, Ung.


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