Neugeborenes in Badewanne ertrunken: Eltern vor Gericht

Der tote Säugling war im Mai 2010 in einem Plastikbeutel in der Nähe des Niddaufers in Bad Vilbel (Wetteraukreis) von einem Fahrradfahrer gefunden worden. Bei der Suche nach der Mutter des Kindes tappte die Polizei lange im Dunkeln. Auch eine großangelegte Aktion, bei der rund 2 800 Frauen aus der Umgebung Speichelproben abgaben, führte nicht zum Erfolg. Zwischenzeitlich war die Leiche des Neugeborenen, das den Namen Magdalene erhalten hatte, unter großer Anteilnahme der Bevölkerung beerdigt worden.

Erst knapp sechs Jahre später offenbarte sich die Frau bei der Polizei. Den Ermittlungen zufolge wusste sie bereits seit Ende 2009 von ihrer Schwangerschaft. Obwohl sie das Kind niemals austragen wollte, unternahm sie zunächst nichts. Im Frühjahr 2010 war es schließlich für einen Schwangerschaftsabbruch zu spät. Die Frau gebar das kleine Mädchen in einer gefüllten Badewanne, in der sie das Neugeborene kurze Zeit später ertrinken ließ. Der Vater des Kindes stand dabei neben der Wanne und griff nicht ein.

Weil die beiden Angeklagten zum Tatzeitpunkt noch Jugendliche waren, findet der Prozess vor der Jugendstrafkammer vollständig unter Ausschluss der Öffentlichkeit statt. Dies sei im Gesetz so vorgeschrieben und dem Schutz der Persönlichkeitssphären der Angeklagten geschuldet, hieß es bei Gericht. Bei insgesamt drei geplanten Verhandlungstagen ist die Urteilsverkündung für den 19. Dezember vorgesehen.


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