Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten

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Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten
Die Wurstküche ist das Revier von Metzgermeisterin Maria (Christine Neubauer). Foto: ARD Degeto/Juan Angel Urruzola

Mit der Tragikomödie «Maria, Argentinien und die Sache mit den Weißwürsten» kehrt Schauspielerin Christine Neubauer nach drei Jahren Pause auf den Sendeplatz am Freitagabend (20.15 Uhr) im Ersten zurück. «Von Überpräsenz kann jetzt keine Rede mehr sein», sagt Neubauer zu ihrem kleinen Comeback. Und: «Es ist ein Schauspielstück, mit dem ich zurückkomme», so die Schauspielerin im Interview mit der Deutschen Presse-Agentur.

Tatsächlich ist Neubauer als Maria auf den ersten Blick kaum wiederzuerkennen. Tiefe Falten graben sich in ihr Gesicht. Das lange Haar hat sie zu einer konservativ unauffälligen Frisur zusammengesteckt. Die hochgeschlossene, braune Lodenjacke verleiht Maria die Strenge, die sie sich selbst für ihr Leben auferlegt hat. Neubauers Stimmlage scheint für die Darstellung der raubeinigen, prinzipientreuen Maria eine Etage tiefer gerutscht zu sein.

«Die Realität hat mit Träumen nichts zu tun», sagt Maria, die sich ihr Leben eigentlich auch anders vorgestellt hat. Nach dem Tod der Eltern ist sie in das Wurstgeschäft der Familie eingestiegen. Eigentlich hatte sie andere Pläne. Aber: «Ich bin einfach irgendwann falsch abgebogen». Jetzt heißt es: «Die Wurst muss vor 12 im Wasser sein.» Doch die Metzgerei, deren Spezialität Marias preisgekrönte Weißwürste sind, ist in ihrer Existenz bedroht.

Deshalb will Marias Bruder Kristian (Max Schmidt) die Weißwürste nach Argentinien exportieren. Als er sich das Bein bricht, muss Maria für ihn nach Argentinien fahren - und die Argentinier von ihrer Weißwurst überzeugen. Zusammen mit ihrem unglücklichen, pubertierenden Neffen Caspar (Valentino Fortuzzi) tritt sie widerwilig die Reise in die brodelnde südamerikanische Metropole Buenos Aires an.

Die argentinischen Fleischproduzenten sind zunächst skeptisch und wundern sich über die Deutsche, die fordert «Sie müssen zutzeln» und Dinge sagt wie «Wenn die Weißwurst das Zwölfe-Läuten hört, dann stirbts». Und Maria graust es, als die Argentinier die Wurst nicht in süßen Senf, sondern in Chilisoße tunken. «Ihr seids ja alles Barbaren.»

Mit ihrem Fahrer und Dolmetscher Diego (Carlos Lobo) verscherzt es sich die resolute Maria schon nach kürzester Zeit. Doch ausgerechnet Diego ist es dann, der Maria zeigt, dass das Leben ganz anders aussehen kann, wenn man ihm nur mit ein bisschen Gelassenheit begegnet. Am Ende gibt es Empanadas mit Weißwurst-Füllung - und vor allem die Hoffnung auf eine glücklichere Zukunft.

Die Metzgerin Maria ist ein ganz untypischer, kantiger Christine-Neubauer-Charakter. «Sie ist das komplette Gegenteil von mir», sagt Neubauer, die sich selbst als «offen, emotional und kommunikativ» beschreibt. «Maria ist eine harte, verhärmte, vom Leben vernachlässigte, grantige Metzgerin», sagt Neubauer.

«Sie lässt alle abfahren, damit sie sich und ihr Herz nicht öffnen muss und damit sie nicht verletzt wird.» Maria habe ihr eigenes Leben zurückgestellt - dem Vater, der Mutter und dem Geschäft der Familie geopfert. «Da sehen vielleicht viele Frauen eine Parallelität zu ihrem eigenen Leben», so Neubauer.

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