Marie Brand und der Liebesmord

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Marie Brand und der Liebesmord
Marie Brand (Mariele Millowitsch) und Kollege Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) nehmen den Tatort genau unter die Lupe. Foto: ZDF/Guido Engels

Jeweils in Rollen, die verdächtig sind: Zwei haben mit der Toten gearbeitet - nicht immer einwandfrei. Einer hatte sich unglücklich in die Frau verliebt - und druckt nun unter Koks eine dreidimensionale Büste von ihr. Und der vierte hatte über ein Online-Dating-Portal Kontakt zu der Frau - und war mit ihr in genau dem Park verabredet, den sie lebend nicht mehr verließ.

Das ZDF zeigt am Samstag (20.15 Uhr) den 20. Fall aus der Reihe «Marie Brand und...». Dieses Mal schließt «der Liebesmord» an. Die Kölner Ermittlerin (Mariele Millowitsch) und ihr Kollege Jürgen Simmel (Hinnerk Schönemann) müssen den Mord an einer Joggerin aufklären, die zugleich Geschäftsführerin der Dating-Website war. Dabei stoßen sie auf noch mehr Verdächtige als die genannten. Immer wieder in den Fokus gerät das merkwürdige Vater-Sohn-Gespann, das mit dem Opfer die Partnervermittlung geleitet hatte.

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Doch das Ermittlerduo kommt auch einem Arzt auf die Spur, der schon mehrere Frauen auf dem Portal «Amore Grande» kennengelernt hat, die anschließend an den Folgen einer gespritzten Insulin-Überdosis litten - oder diese wie eben die Joggerin mit dem Leben bezahlen mussten. Um eine Fährte zu legen, erstellt Brand kurzerhand ein eigenes Profil auf der Internetseite. Es kommt zum Treffen und im Anschluss zur Attacke mit der vermeintlich tödlichen Spritze. Nur ein Zufall ermöglicht es der Kommissarin zu überleben und den Fall zu lösen.

Seit 2008 zeigt das ZDF die Reihe - in unregelmäßigen Abständen. Mal mit vier Folgen im Jahr, 2010 dagegen ohne jede Erstausstrahlung. Seit 2014 hat «Marie Brand» feste Sendeplätze mittwochs oder samstags zur Hauptsendezeit um 20.15 Uhr. Im Schnitt sahen die Folgen nach Senderangaben rund 6,7 Millionen Menschen, 21 Prozent Marktanteil.

Die Rollenaufteilung zwischen den Hauptcharakteren blieb dabei stets dieselbe: Hier die hochbegabte, meist streng logisch denkende Ermittlerin, die ihrem Kollegen immer einen Schritt voraus ist. Da der manchmal etwas tollpatschige, aber sportliche und herzensgute Simmel, mit einem Faible für schnelle Autos, o-beinigem Gang und dem Spleen, vor jeder Verfolgung Brand sein Sakko - er trägt immer Anzug - in die Hand zu drücken. So ist es auch in der Jubiläumsausgabe.

Dieses Mal spielt das Thema Liebe natürlich auch bei Brand und Simmel eine wichtige Rolle. Aufgrund der fortschreibenden Erzählweise können sich die Figuren entwickeln - und nun steht Brand vor dem Liebes-Aus, weil ihr neuer Freund was mit seiner Auszubildenden hatte. Ihr Chef, der beide verkuppelt hatte, versucht verzweifelt das Ganze zu kitten. Simmel flucht indes wie ein Rohrspatz über Online-Dating, weil er selbst mal ohne jeden weiteren Kommentar verprellt wurde. Kühl hält Brand fest: «Liebe ist auch nur ein biochemischer Prozess.» Ihre schlagkräftigen, flotten und treffsicheren Konter sind es auch wieder, die die Dialoge so gut machen (Buch: Timo Berndt).

Millowitsch und Schönemann können sich vorstellen, noch mehrere Jahre weiterzumachen. Die 21. Folge ist gerade abgedreht. Auffällig ist, dass sich Brand und Simmel auch nach 20 gemeinsamen Fällen immer noch siezen. Daran wollen die Darsteller aber unbedingt festhalten. «Beide sind füreinander da, aber es ist besser, wenn sie weiterhin beim 'Sie' bleiben und Distanz wahren», meint Millowitsch. «Alles andere ergäbe eine erzwungene Nähe, die nicht sein muss.» Und Schönemann sagt: «Das ist wie eine Prise Salz, die dieses Paar braucht.»

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