Prostatakrebs-Operationen: Verbindliche Regelung gefordert

Mindestfallzahl unterschritten
3D-Modell einer Prostata
Der komplizierte Eingriff erfolgt immer öfter in Krankenhäusern, die die empfohlene Mindestfallzahl von 50 Eingriffen pro Jahr unterschreiten. Foto: Axel Heimken/Archiv

Die im Fachjournal «Prostate Cancer and Prostatic Diseases» veröffentlichte Studie zeige, dass der komplizierte Eingriff immer öfter in Krankenhäusern erfolge, die die empfohlene Mindestfallzahl von 50 Eingriffen pro Jahr unterschritten. Die Studienautoren hatten Daten von insgesamt 221 000 Eingriffen analysiert. Sie fordern Maßnahmen, um diese Operation zu zentralisieren.

Die Studie belege erstmals, dass sich das deutsche Gesundheitswesen immer weiter von der Leitempfehlung für Prostata-Radikaloperationen der Deutschen Gesellschaft für Urologie entferne, resümierte Huber. Das habe beträchtliche Auswirkungen auf Patientensicherheit und Versorgungsqualität.

In Deutschland gebe es eine solche Regelung bisher erst für wenige Verfahren wie Leber- und Nierentransplantationen, operativen Eingriffen an den Herzkranzgefäßen oder bei Operationen von Bauchspeicheldrüse und Speiseröhre, erklärte Huber. Die Autoren der Studie betonen, dass auch für die komplette Entfernung der Prostata bei Krebspatienten eine Mindestfallmenge für Kliniken verbindlich vorgeschrieben werden solle. Damit könnten die Patientensicherheit erhöht sowie schwere Nebenwirkungen wie Impotenz und Inkontinenz reduziert werden.


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