Dax-Anleger halten sich vor Notenbank-Tag zurück

Börse in Frankfurt
Logo DAX
Ein Händler geht über das Parkett in der Börse in Frankfurt am Main und spiegelt sich dabei in einem Logo des Deutschen Aktienindexes (DAX). Foto: Fredrik von Erichsen

Am Montag waren die Kurse noch merklich in die Höhe gegangen, nachdem in der Vorwoche Verluste vorherrschten. Die meisten Anleger sind mittlerweile der Auffassung, dass die US-Notenbank Fed zur September-Sitzung von einer Zinserhöhung absehen wird. Rätselraten herrscht hingegen, ob die Bank of Japan ihre Geldpolitik weiter lockern könnte. Das Geld der Notenbanken treibt seit Jahren die Märkte - entsprechend empfindlich reagieren Anleger auf geldpolitische Signale.

Auch im MDax der mittelgroßen deutschen Unternehmen herrschte am Dienstag eher Zurückhaltung vor. Bis zum Handelsschluss stieg der Index um 0,18 Prozent auf 21 232,53 Punkte. Der Technologiewerte-Index TecDax fiel sogar leicht um 0,03 Prozent auf 1773,65 Punkte.

«Allein die Hoffnung, dass die Geldschleusen in näherer Zukunft noch einmal ein Stück weiter geöffnet werden, lässt den Markt sich auf recht hohem Niveau stabilisieren», erklärte Marktbeobachter Jens Klatt. Mittelfristig rechne er jedoch mit einem Rückschlag.

Ganz nach vorne im Dax schoben sich die Papiere der Deutschen Börse. Mit einem Plus von 2,26 Prozent auf 75,47 Euro waren sie so teuer wie zuletzt vor anderthalb Wochen. «Der erste Brexit-Schock ist nun endgültig überwunden», erklärte ein Marktbeobachter. Die Hoffnungen auf eine erfolgreiche Fusion zwischen der Londoner Börse und der Deutschen Börse AG nähmen nun wieder zu.

Zu den Gewinnern im Dax zählte auch das Papier von Bayer mit einem Aufschlag von einem halben Prozent. Der Pharma- und Agrarchemiekonzern versprühte auf einer Investorenkonferenz vor allem im wichtigen Pharmageschäft Optimismus. Damit zerstreute er einen Teil der Sorgen, dass sich die Leverkusener mit dem angepeilten Zukauf des US-Saatgutherstellers Monsanto überheben könnten.

Am Dax-Ende knüpften die Papiere der Deutschen Bank an ihre jüngste Talfahrt an. Zum Handelsschluss lag die Aktie 3,80 Prozent im Minus bei 11,255 Euro - damit rückt das historische Tief von 11,06 Euro aus dem August wieder in bedrohliche Nähe. Die Anleger sorgen sich um die Kapitalausstattung der Deutschen Bank, nachdem die US-Regierung in Vergleichsverhandlungen um dubiose Hypothekendeals eine überraschend hohe Summe fordert.

Nach ihrem Rückschlag zu Wochenbeginn waren Immobilienwerte wieder im Aufwind. Die Société Générale sieht den Hunger nach deutschen Immobilientiteln noch längst nicht ausgereizt. Die Aktien des Branchenprimus Vonovia legten um gut 1 Prozent zu; die MDax-Titel LEG Immobilien und Deutsche Wohnen gewannen 2 beziehungsweise 1 Prozent. Tags zuvor hatte eine skeptischen Studie der US-Investmentbank Merrill Lynch die Kurse noch purzeln lassen.

Beste Aktie im MDax war jedoch Zalando. Die australische Investmentbank Macquarie sieht den Online-Modehändler gut positioniert. Das Papier stieg um 2,7 Prozent.

Der Eurozonen-Leitindex EuroStoxx 50 bröckelte um 0,12 Prozent auf 2964,86 Punkte ab. Leicht nach unten ging es auch für den Pariser CAC 40, während sich der Londoner FTSE 100 gut halten konnte. Der US-Leitindex Dow Jones Industrial gewann zum europäischen Handelsschluss 0,35 Prozent.

Am Rentenmarkt fiel die Umlaufrendite von minus 0,13 Prozent am Vortag auf minus 0,15 Prozent. Der Rentenindex Rex stieg um 0,04 Prozent auf 143,72 Punkte. Der Bund-Future stieg bis zum Nachmittag um 0,31 Prozent auf 164,22 Punkte. Der Euro legte zu: Die Europäische Zentralbank (EZB) setzte den Referenzkurs auf 1,1184 (Montag: 1,1165) US-Dollar fest. Der Dollar kostete damit 0,8941 (0,8957) Euro.


NEU: Die mittelhessen.de News-App. Jetzt kostenlos für Apple und Android laden!
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus Börsennachrichten aus Frankfurt/Main