Medien: Brisante E-Mail belastet Audi im Abgas-Skandal

«Ohne Bescheißen» unmöglich
Audi-Dieselmotor
Ein Dieselmotor TDI in einem Audi. Der Autohersteller gerät in dem Abgas-Skandal weiter unter Druck. Foto: Julian Stratenschulte

Bereits 2007 habe ein Ingenieur einem größeren Kreis von Managern des Autoherstellers in einer E-Mail geschrieben, dass man es «ganz ohne Bescheißen» nicht schaffen werde, die US-Grenzwerte beim Schadstoffausstoß von Dieselwagen einzuhalten.

Audi war kurz nach Bekanntwerden der Schummel-Vorwürfe gegen VW ebenfalls ins Visier der US-Ermittler geraten. Die Ingolstädter stehen im Verdacht, eine entscheidende Rolle beim Abgas-Schwindel gespielt haben. Audi hat zwar eingeräumt, eine unter US-Recht illegale Software zur Abgaskontrolle eingesetzt zu haben. Eine gezielte Täuschung stritt man bislang aber stets ab. Zu den neuen Details wollte sich ein Audi-Sprecher am Mittwoch nicht äußern.

Etwa 85 000 Dieselwagen aus dem VW-Konzern mit größeren 3,0-Liter-Motoren, die von Audi stammen, wurden in den USA mit verbotener Abgastechnik ausgestattet. Der Konzern ringt bei diesen Autos noch immer mit den Behörden um eine Lösung zur Beseitigung der Programme. Bei weiteren rund 480 000 kleineren Dieselwagen mit 2,0-Liter-Motoren hat sich VW bereits mit dem US-Umweltamt EPA und Hunderten weiteren Zivilklägern auf Schadenersatz und einen Plan zum Rückruf oder Rückkauf der Fahrzeuge geeinigt.

VW hatte im September 2015 nach Vorwürfen der EPA eingeräumt, seit 2008 Hunderttausende Dieselwagen in den USA mit einer Betrugs-Software zum Austricksen von Abgastests ausgerüstet zu haben. Dem Bericht von SZ, NDR und WDR zufolge haben die US-Behörden zahlreiche Informationen zusammengetragen, wonach Manager und Ingenieure von Audi an der Entwicklung und der Einführung jener Manipulations-Software beteiligt waren.

Bei der Aufklärung des Skandals gerät das Top-Management zunehmend in den Fokus der Ermittlungen. Wie «Spiegel online» am Dienstag meldete, gaben Zeugen an, Audi-Chef Rupert Stadler habe bereits im Jahr 2010 von den Manipulationen Kenntnis bekommen. Die Aufklärer von Jones Day wollten ihn dazu ausführlich im Rahmen der internen Untersuchung befragen. Kurz zuvor war Audi-Entwicklungschef Stefan Knirsch ins Visier geraten, weil er von dem Betrug gewusst haben soll.

SZ-Artikel


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