Romane mit «starker Bodenhaftung» auf der Shortlist

Deutscher Buchpreis
Philipp Winkler
Philipp Winkler hat mit «Hool» (Aufbau Verlag) seinen Debütroman vorgelegt. Foto: Hendrik Schmidt
Bodo Kirchhoff
Bodo Kirchhoff: Widerfahrnis (Frankfurter Verlagsanstalt, September 2016). Foto: Uwe Zucchi
André Kubiczek
André Kubiczek: Skizze eines Sommers (Rowohlt Berlin, Mai 2016). Foto: Erwin Elsner
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«Die Romane der diesjährigen Shortlist decken ein breites inhaltliches Spektrum ab», sagte Jury-Sprecher Christoph Schröder. Was sie gemeinsam hätten, sei «eine starke Bodenhaftung, der unmittelbare Bezug zur beobachteten Realität». Schröder berichtete von «harten, kontroversen Gesprächen» in der Jury. Er hofft, dass die Liste nun aber «die unbestrittene Qualität dieses Bücherjahres» widerspiegele.

Bodo Kirchhoff ist mit 68 Jahren der älteste Kandidat. In «Widerfahrnis» (Frankfurter Verlagsanstalt) bricht die Leidenschaft unverhofft über ein resigniertes Paar herein. Thomas Melle schildert in «Die Welt im Rücken» (Rowohlt Berlin) seine manisch-depressive Erkrankung.

Philipp Winkler hat mit «Hool» (Aufbau) seinen ersten Roman vorgelegt. Er gibt darin einer Szene eine Stimme, die in der deutschen Literatur so gut wie nie vorkommt: den Hooligans. André Kubiczek erzählt in «Skizze eines Sommers» (Rowohlt) von einem Jugendlichen in der DDR während sieben Wochen sturmfreier Bude.

Zwei Österreicher sind dabei: Reinhard Kaiser-Mühlecker und Eva Schmidt. Er schildert in «Fremde Seele, dunkler Wald» (S. Fischer) den Konflikt zweier Brüder und den Niedergang ihres väterlichen Hofs. Sie erzählt in «Ein langes Jahr» (Jung und Jung) von stillen Nöten und spärlichen Freuden ganz normaler Menschen - und Hunden.

Für die Longlist hatte die Jury zunächst 20 Titel aus 178 Neuerscheinungen ausgewählt. Nun wurde die Liste auf sechs verkürzt. Der Sieger wird am 17. Oktober bekanntgegeben. Er erhält 25 000 Euro, die übrigen fünf Autoren der Shortlist je 2500 Euro.

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