27-Jähriger ersticht Polizisten am Herborner Bahnhof

Polizei und Rettungskräfte waren zahlreich am Bahnhof vertreten. (Foto: Weirich)

Ein Polizist ist am Donnerstagmorgen gegen 7 Uhr bei einer Schießerei am Herborner Bahnhof ums Leben gekommen. (Foto: Weirich)

Polizisten am abgesperrten Tatort

Polizisten am abgesperrten Tatort in Herborn. (Foto: Frank Rumpenhorst)

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Polizist stirbt durch Messerattacke
Die Beamten waren gegen sieben Uhr morgens dem Zugbegleiter eines Regionalexpresses zu Hilfe gekommen. Dieser hatte den 27-Jährigen kontrollieren wollen. «Dieser Kontrolle wollte er sich entziehen», sagte Staatsanwalt Dominik Mies von der Wetzlarer Außenstelle der Limburger Staatsanwaltschaft. Weil er auch nicht bereit gewesen sei, seine Personalien anzugeben, habe der Zugbegleiter die Polizei informiert.

Als die Polizisten den im Bahnhof stehenden Zug betraten, griff sie der Täter an. Die Polizisten versuchten, die Attacke abzuwehren. Den Angaben zufolge wurden dabei zwei Schüsse abgegeben. Man gehe «ganz klar» davon aus, dass es sich hier um eine Notwehrlage gehandelt habe und die Polizisten sich selbst verteidigen wollten, sagte Mies.

47-jähriger Polizist ist außer Lebensgefahr

Dem 46 Jahre alten Beamten sei bei der Attacke im Zug mit einem «Einhandmesser» eine Vielzahl von Stichen zugefügt worden - an unterschiedlichsten Stellen des Körpers. Er sei dann aus dem Zug auf den Bahnsteig gefallen. Der 47 Jahre alte andere Polizist habe «ganz erhebliche» Verletzungen erlitten. Mittlerweile schwebe er aber nicht mehr in Lebensgefahr.

Der 27-Jährige erlitt nach Angaben der Staatsanwaltschaft zwei Schussverletzungen und wurde in ein Krankenhaus nach Wetzlar gebracht. Gegen ihn sei kurz darauf Haftbefehl wegen Mordes beantragt worden, der vom Amtsgericht Limburg dann auch erlassen worden sei. Dem Mann gehe es den Umständen entsprechend gut, sagte Mies. «Er wird die Schussverletzungen überleben.»

Hessens Innenminister Peter Beuth (CDU) äußerte sich in einer Mitteilung bestürzt über den Tod des Polizisten: «Wir trauern um den Polizeibeamten, der bei diesem Einsatz durch diese sinnlose Attacke ums Leben gekommen ist.» Den Angehörigen sprach er sein «aufrichtiges Beileid und tief empfundenes Mitgefühl» aus. Er ordnete an, dass alle hessischen Polizeiwagen mit Trauerflor bestückt werden.

SPD-Landeschef Thorsten Schäfer-Gümbel schrieb im Kurznachrichtendienst Twitter, es handle sich um sinnlose Gewalt. «Was ein furchtbares Verbrechen, meine Anteilnahme und Gedanken sind bei den betroffenen Familien.» Er hoffe, dass der verletzte Polizist in Herborn schnell wieder gesund werde. Auch Polizeikollegen brachten ihr Mitgefühl zum Ausdruck. Die Frankfurter Polizei etwa twitterte: «Wir sind fassungslos und voller Trauer.» - darüber ein Kreuz auf schwarzem Grund.

Der Bahnhof in Herborn war nach dem Vorfall zunächst gesperrt worden. Der Zugverkehr zwischen Gießen und Siegen wurde nach Angaben einer Bahnsprecherin unterbrochen. Ein Ersatzverkehr mit Bussen zwischen Wetzlar und Dillenburg war eingerichtet. (dpa/lhe)


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Kommentare (5)
Es ist absolut unwichtig, ob es ein Deutscher oder Ausländer war. Es ist aber unverständlich, warum ein Messer gezuckt werden muß, um sich auszuweisen. Die Polizeibeamten haben wahrscheinlich mit so einer Handlung nicht mehr
gerechnet. Hoffen wir, daß aufgrund dieses Vorfalles nicht die Bevölkerung leiden muß. Den Angehörigen großes Beileid und dem Überlebenden beste Genesung. Wir müssen hier nicht fragen, wer welche Fehler gemacht hatte, keiner hat das Recht eine Auseinandersetzung mit einer Waffe gleich welcher Art zu beenden.
Und wieder mal wird verschwiegen, dass es ein Ausländer war, der diese grausame Tat verübt hatte.

(Anm. d, Red.: Die Polizei hat ausnahmsweise die Herkunft des mutmaßlichen Täters bekannt gegeben, um Falschmeldungen mehr
dieser Art zu verhindern - es handelt sich um einen Deutschen. Für die Berichterstattung spielt die Nationalität eines Täters grundsätzlich keine Rolle - siehe Pressekodex.)
Unfassbar.
Mein tiefes Mitgefühl den Angehörigen des Polizisten, der sinnlos gestorben ist. Man kann es nicht fassen wie sich unser Deutschland in den letzten Jahren verändert hat.
Was mich sehr beunruhigt und sehr stutzig macht mehr
ist, dass im obigen Artikel außdrücklich betont wird - der Täter sei ein Deutscher aus dem Lahn-Dill-Kreis. Wenn es ein Ausländer gewesen wäre darf es nicht veröffentlicht werden?! Gerade aus diesem Grund wirft es bei mir Fragen über Fragan auf. Ich hoffe, dass der Täter eine gerechte Strafe bekommt.

(Anm. d, Red.: Die Polizei hat ausnahmsweise die Herkunft des mutmaßlichen Täters bekannt gegeben, um Falschmeldungen zu verhindern, die bereits im Umlauf waren. Für die Berichterstattung spielt die Nationalität eines Täters grundsätzlich keine Rolle - siehe Pressekodex.)
Da fehlen einem die Worte.
Beileid den Angehörigen.
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