40 000 Euro Schaden am Johanneum

KRIMINALITÄT  Alarm verscheucht Einbrecher aus dem Herborner Gymnasium / Zeugen gesucht

Kein Zutritt: Wegen des nächtlichen Einbruchs blieb die Schulverwaltung des Herborner Johanneum-Gymnasiums am Donnerstag noch ungefähr bis zum Beginn der zweiten Unterrichtsstunde gesperrt.(Foto: J. Fritsch)

Unbekannte sind in der Nacht von Mittwoch auf Donnerstag ins Johanneum Gymnasium Herborn eingebrochen. (Archivfoto: Linker)

Rohe Gewalt: Die Einbrecher rissen Schranktüren im Sekretariat ab, um an den Inhalt zu gelangen.(Foto: J. Fritsch)

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Um 0.10 Uhr sei die Alarmanlage, die den Verwaltungsteil des Gymnasiums schützt, losgegangen, berichtet Christian Betz, der in der Schulleitung für den Bereich Sicherheit zuständig ist. Ein Nachbar habe kurz darauf gesehen, wie mehrere Personen aus der Schule über die Konrad-Adenauer-Straße in Richtung Innenstadt wegliefen, und habe die Polizei alarmiert.

Laut deren Sprecher Guido Rehr sind es zwei Einbrecher gewesen: Beide sollen zwischen 25 und 30 Jahre alt, etwa 1,80 Meter groß und von schlanker Statur sein. Sie hätten Jogginganzüge getragen, wobei ein Täter mit einem hellen und der andere mit einem dunklen Oberteil bekleidet gewesen seien.

Blutspuren gefunden, die von dem Fenster ausgingen, durch das die Täter anfangs eingestiegen sind

Noch in der Nacht sei auch Kerstin Weber von der Schulbauabteilung des Lahn-Dill-Kreis informiert worden, berichtet Betz. Sie habe sich umgehend ein Bild von den Schäden vor Ort gemacht und sie auf rund 40 000 Euro geschätzt.

Wie sich im Laufe der Ermittlungen zeigte, haben die Täter vom Schulhof aus ein Fenster neben der Mensa eingeschlagen – in zwei Metern Höhe. Offensichtlich beim Einsteigen durch die kaputte Scheibe habe sich mindestens ein Täter verletzt. Von dort ausgehende Blutspuren wurden auch in anderen Gebäudeteilen gefunden und gesichert.

In der Schule haben die Einbrecher mehrere Türen aufgebrochen und teils mit dickem Sicherheitsglas versehene Scheiben eingeschlagen. Einige Türen hätten sich aber trotz des Einsatzes brachialer Gewalt nicht öffnen lassen, sagt Betz. Dabei hätten sie nicht nur Werkzeug, sondern auch, so Betz, „Wackersteine“ benutzt.

Am Eingang zu Sekretariat und Schulverwaltung haben die Täter eine weitere dicke Glasscheibe zerstört, um hindurch zu gelangen. Im Sekretariat rissen sie Schranktüren ab und knackten Schreibtischschubladen und Rollcontainer.

Was Betz und auch Schulleiterin Jutta Waschke nur mit dem Kopf schütteln lässt: „Die einzige Beute war ein Sparschwein mit der Kaffeekasse des Sekretariats, zehn, vielleicht zwanzig Euro“, sagt Betz. „Laptops dagegen haben sie liegengelassen“, ergänzt Waschke.

Schulleitung dankt Helfern für schnellen Einsatz – auch den Hausmeistern von benachbarten Schulen

Der Unterricht war nach Schulbeginn laut Betz nur noch für etwa 45 Minuten beeinträchtigt. Ausdrücklich bedankt sich die Schulleitung für den schnellen Einsatz aller Beteiligten, von der Polizei über Kerstin Weber, Handwerker, die die kaputten Fenster und Türen austauschten und sicherten, bis hin zu Hausmeistern benachbarter Schulen und den Reinigungskräften des Johanneums, die auch außerhalb ihrer eigentlichen Arbeitszeit geholfen hätten, dass sich der Schulbetrieb so schnell wie möglich wieder normalisieren konnte.

Die Polizei sucht nun nach weiteren Zeugen und fragt: Wem sind zwei verdächtige Männer vor dem Einbruch oder später auf der Flucht in Richtung Innenstadt aufgefallen? Wer kann Angaben zur Identität der beiden Einbrecher machen, von denen wenigstens einer nun verletzt sein dürfte? Hinweise erbittet die Polizei unter Telefon (0 27 72) 4 70 50. (jöw)


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