
Über die alte Brücke führte einst die Landstraße von Siegen nach Koblenz. Sie war der unterste und flachste Teil der Straße, die zwischen Merkenbach und Beilstein auch als "Kniebrecher" bekannt ist. Diese gut frequentierte Straße bestand noch aus aneinandergesetzten Findlingen, auch Stückung genannt. In den Jahren 1931 bis 1932 wurde sie schließlich verkehrsgerecht ausgebaut.

Sanierung der alten Brücke hätte ein Vielfaches eines Neubaus gekostet
Da die damalige Maschinenfabrik Herborn, die zu Berkenhoff gehörte, expandieren wollte, wurde eine Umgehungsstraßen um das größer gewordene Firmen-Gelände nötig und 1956 fertiggestellt. Die mittlerweile denkmalgeschützte Bogenbrücke, die sich dadurch mitten im Betriebsgelände befand, wurde aus dem öffentlichen Verkehrsfluss herausgenommen.
Aber auch der innerbetriebliche Verkehr hatte im Lauf der Jahre stark zugenommen und bedrohte immer mehr die Haltbarkeit des alten Gemäuers. Die Berkenhoff-Geschäftsführung stand vor der schwierigen Entscheidung, zu sanieren oder neu zu bauen. Der Respekt vor dem historischen Gebäude aber auch finanzielle Aspekte gaben schließlich den Ausschlag für einen Neubau. Eine sachgemäße Sanierung der alten Brücke hätte die Neubaukosten um ein Vielfaches übertroffen.
312 Jahre lang hatte die alte Brücke den immer mehr zunehmenden Verkehr ertragen. Klaglos hatte ihre Konstruktion aus Findlingen 1945 sogar dem Gewicht tonnenschwerer amerikanischer Panzer standgehalten. Ab sofort ist sie ganz gesperrt. Nicht einmal mehr Fußgänger dürfen über sie gehen - gute Voraussetzungen dafür, dass sie noch einmal 300 Jahre durchhalten kann.







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