
Vor einem knappen Jahr gründete sich im Dillenburger Stadtteil Manderbach die Initiative "Bürger sucht Bürger" um den Initiator Ulrich Betz. Hintergrund war die Frage, welche Hilfestellungen in einer Dorfgemeinschaft möglich sind, die verhindern, dass Menschen vereinsamen oder für alltägliche Verrichtungen keine Lösungen finden.

Auf Einladung von Ulrich Betz kamen am Samstag nun 31 Interessierte aus verschiedenen Orten in Sechshelden zusammen, um unter Moderation von Martin Kreck (Dillenburg) über das Thema zu diskutieren. Teilnehmer wie Walter Jank (Hirzenhain), ehemaliger Bürgermeister von Eschenburg, und Karl Hans Metz (Sechshelden) verdeutlichten, wie wichtig eine ehrenamtlich organisierte Nachbarschaftshilfe sei, die auf keinen Fall mit bestehenden Einrichtungen in Konkurrenz trete. Im Gegenteil, es sei vielmehr die Kooperation gefragt.
n "Begegnungsorte" im Dorf schaffen
"Institutionelle Sicherheit greift in unserer Gesellschaft nicht voll. Auf Einrichtungen des Staates können wir uns nicht voll und ganz verlassen. In Zukunft sind die Defizite der sozialen Gemeinschaft nicht mehr abdeckbar. Konkrete Hilfe muss zur Selbstverständlichkeit werden", forderte Eberhard Hoppe, Verbandspfarrer des Evangelischen Gemeinschaftsverbands Herborn.
Die meisten Senioren wollten in den eigenen vier Wänden betreut werden, so der Geistliche weiter. In der Praxis sei dies zwar nicht immer möglich, dennoch riet Hoppe dazu, in den Dörfern Betreuungsstätten ("Orte der Begegnung") einzurichten, um ältere Menschen aus der Isolation herauszuholen. So könne das selbstbestimmte Leben durch Kommunikation ein "Mehr" an Qualität gewinnen.
Ernst Villmow stellte das Konzept der "Freiwilligenhilfe Eibach" vor. Ziel sei, in Zusammenarbeit mit bereits bestehenden Organisationen Hilfsbedürftige konkret zu unterstützen. Dazu gehörten Begleitungen bei Arzt- oder Behördengängen sowie Hilfen rund ums Haus. Auch jüngere Menschen, beispielsweise erkrankte Eltern, seien Zielgruppe. Ihnen könne bei Aufsichts- und Betreuungsaufgaben (Babysitten) geholfen werden. Das Projekt in Eibach laufe gut an. Über 100 Menschen hätten sich schon zur Mitarbeit bereiterklärt.
Wer mehr zum Thema wissen möcht, kann sich an folgende Ansprechpartner wenden: Ulrich Betz (Manderbach, & 0 27 71/3 23 17), Rudi Dietermann (Edingen, & 0 64 49/854), Heinrich Groos (Herborn, & 0 27 72/ 24 70), Manfred Held (Manderbach, & 0 27 71/3 27 18), Walter Jank (Hirzenhain, & 0 27 70/418), Hartmut Kaffenberger (Herbornseelbach, & 0 27 72/6 21 91), Karl Hans Metz (Sechshelden, & 0 27 71/ 3 63 24).







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