Auf dem Schulhof duschen die Soldaten

HESSENTAG Während des Landesfestes ist am Herborner Johanneum-Gymnasium nichts mehr wie gewohnt

Bundeswehr auf dem Beachvolleyballfeld: Dort, wo jetzt noch die Lehrer Eckhard Rödig (v.l.), Christian Betz und Kristine Tromsdorf mit dem Hessentagsbeauftragten Jörg Kring stehen, wird während des Hessentags die Bühne der Bundeswehr zu finden sein. (Foto: Eckel)

Mittendrin: Das Herborner Johanneum-Gymnasium liegt direkt an der "Hessentagsstraße". Während des Landesfestes sind dort die Bundeswehr und die Polizei untergebracht. (Archivfoto: Linker)

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Der Blick auf den Lageplan zeigt: Das Gymnasium liegt direkt an der "Hessentagsstraße". Mehr noch. Es ist "der geografische Mittelpunkt des Landesfestes", wie Hessentagsbeauftragter Jörg Kring sagt. "Die Schule ist vom Hessentag umzingelt."

Betroffen sind knapp 1600 Schüler und 140 Lehrer. Sie blicken dem Landesfest - trotz des Aufwandes - positiv entgegen: "Wir freuen uns alle darauf", sagt Studiendirektor Christian Betz. Schließlich verstehe sich die Schule "als ein Teil von Herborn". Und: Die Unterstützung seitens des Kreises als Schulträger und der Stadt Herborn sei groß.

Gemeinsam mit Eckhard Rödig und Kristine Tromsdorf koordiniert Christian Betz für die Schule alles, was mit dem Hessentag zusammenhängt. Und das ist so einiges.

Beispiel Gebäude: Die ersten Vorbereitungen starten schon in den Osterferien. Dann verwindet auf dem Schulhof zunächst das Beachvolleyballfeld. Denn an dieser Stelle entsteht die Bühne der Bundeswehr. Um Platz zu schaffen für das Festzelt, entfernen Mitarbeiter des Bauhofes auch Zäune und Hecken. Letztere werden später wieder neu gepflanzt.

Richtig los geht es dann am 17. Mai. Ab diesem Tag stehen das Zweier- und das Dreiergebäude, in dem neben Klassenräumen auch die Mensa untergebracht ist, nicht mehr zur Verfügung. Dort ziehen Bundeswehr und Polizei ein. Unter anderem entsteht an dieser Stelle die Hessentagswache der Polizei, die später für alle Hessentagsbesucher zugänglich sein wird. Mehr als 200 Soldaten sind während des Landesfestes in dem Gymnasium untergebracht.

Sie schlagen in den Klassenräumen ihre Feldbetten auf. Die Aula dient in dieser Zeit als "Speisesaal", und auf dem Schulhof werden Duschcontainer sowie eine Feldküche aufgebaut.

Komplett belegt sind außerdem das Sportgelände und die frisch renovierte Sporthalle, wo unter anderem das "Festival des Sports" präsentiert wird.

Insgesamt etwa 30 Veranstaltungen finden während des Hessentages auf dem Gelände der Schule statt - die Aktionen im Bundeswehrfestzelt nicht eingerechnet.

Und auch scheinbar profane Dinge müssen für die Zeit des Hessentages am Gymnasium neu geregelt werden. Beispiel Schulbusse: Zwar bleiben die regulären Busverbindungen nach dem derzeitigen Planungsstand bestehen, doch die Busse werden nicht vor der Schule halten können. Stattdessen müssen die Schüler am Zentralen Omnibusbahnhof (ZOB) ein- und aussteigen.

Veränderungen gibt es auch im Hinblick auf den Stundenplan: Einen geregelten Unterricht im Klassenverband wird es während des Hessentages nicht geben. Stattdessen soll mehr projektbezogen unterrichtet werden.

Konkret sieht der Zeitplan so aus: Bis einschließlich 18. Mai, also dem Mittwoch vor dem Hessentag, läuft alles nach Plan. Einen Tag später verlassen dann Schüler und Lehrer das Gymnasium: "Johanneum goes Mittelhessen" heißt es beim Wandertag, an dem alle Klassen teilnehmen. Insgesamt 30 Ziele steuern die Schüler an - beispielsweise das Mitmachmuseum "Mathematikum" in Gießen und den Aartalsee bei Bischoffen.

Zwei Tage nach dem Landesfest starten für 193 Schüler die mündlichen Abiturprüfungen

Am 20. Mai (Freitag) startet der Hessentag und damit der projektbezogene Unterricht. Ab 7.45 Uhr ist die Schule besetzt, eine Betreuung ist also garantiert. Gleiches gilt für Montag, Dienstag und Mittwoch (23., 24. und 25. Mai). Wegen des Fronleichnam-Feiertages am Donnerstag und des beweglichen Ferientages am Freitag bleiben die Schüler anschließend zwei Tage zuhause. Und da der Hessentag am Sonntag endet, geht ab Montag alles wieder seinen gewohnten Gang am Johanneum-Gymnasium - zumindest weitestgehend, denn schließlich muss noch abgebaut werden.

Zwei Tage nach dem Hessentag starten außerdem für 193 Schüler die mündlichen Abiturprüfungen. Die sollten ursprünglich während des Landesfestes stattfinden, werden aber nun etwas nach hinten verlegt. Insgesamt etwa 400 Prüfungen stehen auf dem Plan.

Dass der Hessentag in die Zeit des Abiturs fällt, ist für die Schule fast schon ein "Glücksfall": Die gesamten Planungen funktionieren nur, weil für die 193 Abiturienten kein Unterricht mehr stattfindet.

Wenn alles nach Plan verläuft, dann ist am 2. Juni auch der letzte Rest, der noch an den Hessentag erinnert, vom Gelände des Gymnasiums verschwunden.


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