Brücke wird verschoben

SAUERLANDLINIE 2017 beginnen im Siegerland die ersten Sanierungen

„Es wird bei den Brückenerneuerungen, die auf der Gesamtstrecke in den nächsten 15 bis 20 Jahren anstehen, keine Vollsperrungen geben. Die Sauerlandlinie wird jederzeit vierstreifig zur Verfügung stehen“, wischt Karl-Josef Fischer, Projektkoordinator A 45 beim Landesbetrieb Straßenbau Nordrhein-Westfalen, Bedenken vom Tisch, die vielen Pendler aus dem nördlichen Lahn-Dill-Kreis müssten während der Sanierungsarbeiten mit langen Anfahrtszeiten rechnen.

„Im Sommer 2017 wird es losgehen“, nennt Fischer den Fahrplan für die sechs Brücken zwischen den beiden Autobahn-Abfahrten Haiger/Burbach und Siegen. Den Anfang machen die beiden Talüberquerungen Rinsdorf und Rälsbach, die so dicht zusammenliegen, dass sie als Brückenpaar gesehen werden.

Die Bauwerke Rinsdorf und Rälsbach werden als Brückenpaare gesehen und gleichzeitig saniert

Die Brücke Rinsdorf wird in einer besonderen Weise erneuert. Neben der aktuellen Streckenführung wird eine „halbe Brücke“ auf 60 Meter hohe Pfeiler gebaut, über die dann der Verkehr geführt wird. Nachdem dann die alte Brücke, die nur aus einem Bauwerk besteht, gesprengt worden ist, wird der Neubau auf Fundamentebene 25 Meter weit versetzt. „Querverschub“ nennen dies die Fachleute. Anschließend wird die zweite Hälfte gebaut. Für die Erneuerung des Brückenpaars sind vier Jahre veranschlagt.

Weiter geht es, nach derzeitigem Plan 2019, mit den beiden Brücken bei Eisern. Erst für 2024 steht die Sanierung des Bauwerks am Landeskroner Weiher auf der Liste. „Last but noch least“ geht es an die Siegtalbrücke zwischen den Anschlussstellen 21 („Siegen“) und 22 („Siegen-Süd“). Diese ist mit 1050 Metern Länge die größte Brücke der nordrhein-westfälischen Sauerlandlinie.

Und mit einer Höhe von 106 Meter ist sie – bis zur Fertigstellung der zwei Meter höheren Talbrücke Nuttlar auf der A 46 – auch die höchste Brücke des Bundeslands. „Angedacht ist ein Baubeginn in 2024“, stellt Karl-Josef Fischer die Planungen vor. Trotz der Ausmaße ist die Siegtalbrücke „bautechnisch nicht die schwierigste“, denn im Gegensatz zu anderen Brücken ist diese so konstruiert, dass man erst einen Teil erneuern und in dieser Zeit den anderen nutzen kann.

Dass der Bereich unterhalb der Brücke im Siegtal bebaut ist, sieht der Experte nicht als Problem an. Es wird entsprechende Einhausungen geben, die in jede Richtung 15 Meter über die Brücke hinausragen werden“, zieht er im Bezug auf die Sicherheit Parallelen zur Lennetalbrücke, die bereits im Bau ist und die ähnliche Sicherungen benötigt wie die Siegtalbrücke. „Am Ende soll die Sauerlandlinie komplett sechsstreifig mit Standspur und Lärmschutz ausgebaut sein“, nennt Fischer die Ziele der Arbeiten in den nächsten 15 bis 20 Jahren.

Auf dem 123 Kilometer langen nordrhein-westfälischen Abschnitt der A 45 zwischen Dortmund und der Landesgrenze zu Hessen gibt es 127 Brücken, davon 38 Großbrücken mit einer Spannweite von über 100 Metern. Mit rund zwei Milliarden Euro Kosten kalkuliert der Landesbetrieb Straßenbau, 1,3 Milliarden Euro entfallen dabei auf die Brücken.

 

Die A45-Brücken im südlichen Siegerland

Talbrücke Siegtal: Baujahr 1970 - Länge: 1050,00 m
Hangbrücke Eisern: Baujahr 1967 - Länge: 220,20 m
Talbrücke Eisern: Baujahr 1967 - Länge: 327,00 m
Talbrücke Rälsbach: Baujahr 1966 - Länge: 161,00 m
Talbrücke Rinsdorf: Baujahr 1967 - Länge: 485,49 m
Talbrücke Landeskroner Weiher: Baujahr 1967 - Länge: 376,50 m


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