Cello, Klavier, Trompete? Hauptsache, Musik!

UNTERRICHT Kinder sollten früh anfangen, ein Instrument zu spielen / Leistungsfähigkeit des Gehirns wird gefördert

Viel Spaß an den Tasten: Keyboardunterricht mit Oliver Martin. (in)

Thomas Sander

Gabriele Phifer

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"Das besagen nicht nur Studien, das wissen wir aus unserer Erfahrung", erklärt Thomas Sander, Leiter der Wetzlarer Musikschule. Doch womit anfangen? Und welches Instrument eignet sich für welches Kind?

Die Wetzlarer Musikschule, die auch Mitglied im Verband Deutscher Musikschulen ist, bietet musikalische Früherziehung für Kleinkinder bereits ab 20 Monaten an.

"Piepmätze" heißt die Gruppe, in der die Kleinen mit einem Elternteil erste Rhythmus- und Klangerfahrungen machen können, mit Tönen kommunizieren und sich zur Musik bewegen. "Das schult nicht nur die Konzentrationsfähigkeit enorm, das fördert auch das Sozialverhalten", erklärt Gabriele Phifer. Die 55-Jährige ist Fachbereichsleiterin für die Grundstufe (alle Musikangebote bis sechs Jahre) an der Musikschule, an der sie vor 50 Jahren im Kinderchor und mit der Blockflöte begann.

Für die Altersgruppe der Drei- bis Vierjährigen gibt es den einjährigen Kursus "Rasselbande", in dem "ohne Bezugsperson gesungen, getanzt und gespielt wird", so Phifer. Der Gruppenprozess stehe hier im Vordergrund, "die Kinder lernen, sich alleine zu behaupten".

"Die Kinder sollen ausprobieren und herausfinden, ob sie eher Zupfer, Bläser oder Streicher sind"

"Die Vier- bis Sechsjährigen lernen bei uns in der musikalischen Früherziehung dann die verschiedenen Musikinstrumente kennen", so die Fachbereichsleiterin weiter. Sander ergänzt: "Die Kinder sollen die verschiedenen Instrumente ausprobieren, können herausfinden, ob sie eher Zupfer, Bläser oder Streicher sind."

Dafür gibt es neben Schnupperkursen und Hospitationsstunden das Instrumentenkarussell (IKARUS), die Kinder könnten ihre Erfahrungen machen, auch ein Instrument ausleihen, ohne dass die Eltern gleich viel Geld für ein Instrument ausgeben müssen, das nachher in der Ecke steht. Sander: "Wir bieten auch einen Elternabend an, an dem über die Voraussetzungen gesprochen wird, um beispielsweise Cello, Klavier oder Trompete zu lernen. Mit Instrumentalunterricht sollten Kinder im Vorschul- und Grundschulalter beginnen, so die Experten. Thomas Sander: "Es gibt auch Ausnahmen, die fangen früher an." Natürlich müssen die Kinder nicht alle Angebote durchlaufen: "Wir freuen uns auch auf alle Quereinsteiger." Sander empfiehlt Instrumentalunterricht für Kinder in kleinen Gruppen, denn "im Einzelunterricht fühlen sich Kinder schnell verloren". (iba)


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