
1961 trat Margret Birkenfeld in den Verlag Gerth Medien (Aßlar-Berghausen) ein, der damals als Musik- und Schallplattenverlag Hermann Schulte in Wetzlar bekannt war. Als Leiterin der Musikproduktionen des Verlages schuf die heute 86-Jährige mehr als 600 Schallplattenproduktionen, davon etwa 160 Kinderproduktionen. Sie gab 13 Liederbücher für Erwachsene und Kinder heraus. Ihr bekanntestes Kinderlied "Ja, Gott hat alle Kinder lieb" wird in fast allen christlichen Kindergruppen gesungen und wurde schon in viele Sprachen übersetzt. Nahezu ebenso populär und gern gesungen wird "Für mich gingst du nach Golgatha".
"Eine Biografie, das will ich schon vorne weg schicken, wird es nicht"
Wie die 1926 in Bochum geborene und lange am Konservatorium in Witten tätige Musiklehrerin den Weg zum christlichen Liedgut fand, erzählt sie auf 224 Seiten in dem gerade erschienen Buch "Lieder- und Lebensgeschichten", herausgegeben vom Verlag Gerth Medien und der Christlichen Verlagsanstalt Dillenburg. 16 Seiten mit Bildern und ein Liedverzeichnis komplettieren die gebundene Ausgabe, die 14,99 Euro kostet.
In Mittelhessen ist Margret Birkenfeld keine Unbekannte, haben doch viele Mädchen und Jungen und später Frauen und Männer in ihren Wetzlarer Chören mitgesungen. Andererseits wurden die Chorleiterin und der Wetzlarer Kükenchor, der Wetzlarer Kinderchor und der Wetzlarer Jugendchor durch regelmäßige Sendungen bei ERF Medien bundesweit bekannt.
"Eine Biografie, das will ich schon vorne weg schicken, wird es nicht", schreibt Margret Birkenfeld in ihrem Vorwort zu dem Buch. "Es geht um die Entstehung meiner Lieder". Dennoch erfährt der Leser viel Biografisches über die Autorin, ihre Kindheit im zerbombten Ruhrgebiet, ihre Jahre in der Schule, ihr Musikstudium und ihre Lehrtätigkeit für Geige und Blockflöte am Konservatorium. Als Hermann Schulte (1913-1983) sie nach Wetzlar holen wollte, lehnte sie zunächst ab. Als Instrumentalistin für klassische Musik wollte sie sich der einfachen Lieder des Verlages nicht annehmen. Doch im Nachhinein erklärt sie die Anfrage aus Wetzlar als Gottes Ruf an sie persönlich. Neun Jahre lang hatte sie zunächst an der Seite von Peter van Woerden Schallplatten produziert und war ab 1970 selbst verantwortlich für diese Sparte des Verlages. 1986 trat sie in den Ruhestand und lebt heute dem Dillenburger Stadtteil Fronhausen.
Der Leser erfährt, dass der Vater viele Jahre das Christliche Erholungsheim in Rehe/Westerwald geleitet hat, liest von den vielen menschlichen Begegnungen, die das Leben von Margret Birkenfeld so bereichert haben. Ihren Chormitgliedern hat sie zur Hochzeit jeweils ein Lied geschrieben. Wer sich in das Buch tiefer eingräbt, erfährt wie so manches Lied entstanden ist. So schildert Margret Birkenfeld, dass sie von der Kirchturmuhr an der Gnadenkirche in Büblingshausen entzückt war. So hat sie von diesem Eindruck gedichtet "Zeit ist Gnade, Gnade zum Leben". Dieser Satz könnte auch das Leben und das Buch von Margret Birkenfeld umschreiben, die immer wieder auch ihr Vertrauen auf Gott, also ihren Glauben, in den Zeilen zum Schwingen bringt.
Info: Lieder- und Lebensgeschichten, Gerth Medien (Aßlar-Berghausen) und Christliche Verlagsgesellschaft Dillenburg. 224 Seiten, 14,99 Euro.







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