Gastank explodiert bei Reinigung

UNFALL  60-Jähriger kommt mit schweren Verletzungen in eine Spezialklinik

Der Schwerverletzte wurde per Rettungshubschrauber abtransportiert. (Foto: Geis)

Der aus Berlin stammende Verletzte und ein 51-jähriger Kollege sollten auf dem Gelände des Flüssiggasversorgungsunternehmens im Industriegebiet „Am Hohenrain“ einen Erdtank reinigen. Die beiden Männer hatten den Tank bereits geleert und wollten gegen 12.45 Uhr zum Einstieg den Deckel eines Zugangsschachtes öffnen, als es zu einer Verpuffung kam und das Gas explodierte.

Hubschrauber muss auf dem Fußballplatz landen, um den Mann abzuholen

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Die Stichflamme und der schlagartig entweichende Druck trafen den 60-Jährigen. Sein an der Seite stehender Kollege hatte mehr Glück: Ihm versengte die Stichflamme lediglich einige Haare. Er wurde zu weiteren Untersuchungen mit einem Rettungswagen ins Wetzlarer Krankenhaus gebracht. Der Schwerverletzte kam mit dem Rettungshubschrauber in eine Spezialklinik nach Offenbach. Damit der 60-Jährige abtransportiert werden konnte, musste die Feuerwehr mit einem Fahrzeug das Tor des Sinner Fußballplatzes aufbrechen, da das Gelände neben dem Sportheim zu klein für eine Landung des Hubschraubers war.

Die Feuerwehren der Gemeinde Sinn sowie der Stadt Herborn waren im Einsatz. Sie löschten die Stichflammen und kühlten anschließend den Tank herunter. Die Höhe des Sachschadens konnte am Dienstag noch nicht beziffert werden.

Die Ursache für die Verpuffung ist noch unklar. Bürgermeister Hans-Werner Bender (parteilos) gab an, dass bei der Öffnung des Deckels Metalle sich aneinander rieben und dadurch das Gas explodierte. Polizeisprecher  Guido Rehr wollte dies zwar nicht bestätigen, dennoch räumte er ein, „dass dies durchaus eine realistische Möglichkeit ist“. Für die Aufklärung sei das Amt für Arbeitsschutz zuständig, das die Ermittlungen aufgenommen hat.

Pikant: Die Sicherheit auf dem Gelände der Gasfirma war Thema in einer der vergangenen Parlamentssitzungen gewesen. Dies bestätigte Bender, der aber auch betonte: „Die Feuerwehr hat auf dem Gelände und auch bei anderen Firmen Übungen vorgenommen, was in solchen Fällen zu tun ist. Dabei ging es um Ortskenntnisse und um die Vorbereitung eines Einsatzes. Dass es solche Übungen gab, habe ich lediglich dem Parlament mitgeteilt.“

Der Rathauschef dankte nach dem Einsatz den Rettungskräften: „Ihnen gebührt Lob und Anerkennung. Sie haben schnell gehandelt und nach dem Unglück schnell das Feuer unter Kontrolle gebracht und für Sicherheit gesorgt.“


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