Grundstein gelegt

LEBENSHILFE Das Wohnheim in Haiger kostet über 4,3 Millionen

Seit September wird "Im Erlach" in Haiger für die Lebenshilfe Dillenburg gebaut. Es entsteht ein Wohnheim mit 20 stationären und drei Kurzzeitplätzen sowie eine Tagesstruktur. (Foto: K. Weber)

Symbolischer Akt von großer Bedeutung (v. l.): Landrat Wolfgang Schuster, Lebenshilfe-Aufsichtsratsvorsitzender Jürgen Raab und Haigers Bürgermeister Mario Schramm legten die Kapsel ins Mauerwerk. (Foto: K. Weber')

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Am Dienstagvormittag legten Landrat Wolfgang Schuster (SPD), Haigers Bürgermeister Mario Schramm (parteilos) und Jürgen Raab, der Aufsichtsratsvorsitzende der Lebenshilfe Dillenburg, auf der Baustelle "Im Erlach" die Kapsel ins Mauerwerk.

Bereits im September starteten die Arbeiten auf dem rund 16 000 Quadratmeter großen Grundstück zwischen der Allendorfer Straße und "Im Erlach". Dort soll bis voraussichtlich Dezember das neue Wohnheim der Lebenshilfe Dillenburg entstehen. 20 stationäre und drei Kurzzeitplätze sind in der Einrichtung geplant. Die Tagesstruktur soll 15 Plätze haben. Insgesamt soll das Gebäude 1430 Quadratmeter haben.

Die Investition für das Projekt beläuft sich voraussichtlich auf 4,3 Millionen Euro, sagte der Aufsichtsratsvorsitzende Jürgen Raab. In dem Betrag ist die Ausstattung noch nicht enthalten.

Seit 15 Jahren stehen 60 geistig Behinderte auf der Warteliste für einen stationären Platz

Für die reinen Baukosten gab es vom Hessischen Ministerium für Soziales und Integration einen Zuschuss in Höhe von 781 000 Euro. Der Landeswohlfahrtsverband (LWV) Hessen unterstützt das Vorhaben mit 635 000 Euro, allerdings wartet man in der Lebenshilfe-Zentrale in Dillenburg noch auf den Bescheid des Verbands.

Die Aktion Mensch bezuschusst das Wohnheim mit 110 000 Euro. Die Lebenshilfe selbst muss 850 000 Euro aufbringen. 1,93 Millionen Euro werden über Darlehen finanziert.

Dass die Lebenshilfe Dillenburg ein weiteres Wohnheim baut, in dem Menschen mit geistigen Behinderungen betreut werden sollen, ist auf den Bedarf zurückzuführen. Raab: "Seit 15 Jahren stehen 60 Personen auf der Warteliste für einen solchen Platz. Nach wie vor ist der Bedarf an stationären Wohnplätzen also da."

Umso bedeutender sei die Grundsteinlegung. "Für Menschen mit Behinderung, die seit Jahren auf der Warteliste stehen, wird der Wunsch nach einem Platz im stationären Wohnen nun erfüllt", freute sich der Aufsichtsratsvorsitzende auf das Ende der Bauarbeiten im Dezember.

Landrat Wolfgang Schuster (SPD) erinnerte daran, wie sehr sich die Arbeit mit und für Menschen mit Behinderung zum Positiven geändert hat: "Wir können stolz sein auf das, was wir in den letzten Jahrzehnten in der Behindertenarbeit erreicht haben." Noch vor gut 70 Jahren war dies anders: "Damals haben die Nazis Menschen mit Behinderung alle umgebracht." In Haiger entstehe nun ein weiteres Mosaiksteinchen für die gute Arbeit der Lebenshilfe Dillenburg und das Miteinander mit den Menschen vor Ort.

Zukunft, Aktivität und Dynamik bedeute die Grundsteinlegung gestern in Haiger, sagte Bürgermeister Mario Schramm. Gerade in Haiger zeige sich eine sehr gute Nachbarschaft mit der Lebenshilfe. Im Stadtgebiet gibt es mehrere Einrichtungen des Vereins, der vor 51 Jahren in Haiger seine Geburtsstunde erlebte.


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