Gute Chancen für die Ortsumgehung

BUNDESVERKEHRSWEGEPLAN B 253 Frohnhausen/Wissenbach im "vordringlichen Bedarf"

Täglich quälen sich rund 20 000 Fahrzeuge durch die Ortsdurchfahrt in Frohnhausen. Seit Jahren fordern die Anlieger den Bau einer Umgehungsstraße. Mit der Aufnahme in den Bundesverkehrswegeplan 2030 ist der erste Schritt zur Realisierung dieses Projektes getan. (Archivfoto: Scharf)

Damit stehen die Chancen gut, dass das Vorhaben im Laufe der nächsten 15 Jahre realisiert werden kann. Auch die Ortsdurchfahrt im benachbarten Breidenbach ist als vordringlich eingestuft, ebenso wie der sechsspurige Ausbau der A 45 und der Ausbau der Anschlussstelle Haiger/Burbach.

Vom Bundestag beschlossen ist das Planwerk noch nicht. Wie Eugen Reichwein, Bevollmächtigter Hessen Mobil Westhessen, erläuterte, wird der Plan nun bundesweit für sechs Wochen an 20 Standorten öffentlich ausgelegt. In Hessen sei das in Wiesbaden und Kassel der Fall. Erstmals könnten die Bürger zu einem Verkehrswegeplan Anregungen geben. Danach entscheide der Bundestag.

Wann mit welchem Projekt begonnen wird, das entscheidet in Hessen Verkehrsminister Tarek Al-Wazir. Bundesverkehrsminister Alexander Dobrindt will für rund 1000 Projekte 264 Milliarden Euro ausgeben. 7,96 Milliarden sind für Hessen vorgesehen. In Wiesbaden wollte sich Al-Wazir noch nicht zu dem Plan äußern. Er müsse zunächst geprüft werden. Der Minister ließ aber durchblicken, dass in Hessen der Aus- und Umbau hochbelasteter Autobahnkreuze besondere Priorität genieße.

Gemeinsamer Einsatz der Kommunen und der IHK für die Umgehung hat sich gelohnt

Im heimischen Raum hatten sich Dillenburg, Eschenburg, Dietzhölztal und die IHK gemeinsam für die Aufnahme stark gemacht und ein Projektdossier in Auftrag gegeben. Entsprechend groß war gestern die Freude über die gute Nachricht aus dem Verkehrsministerium. "Jetzt gibt es endlich einen Planauftrag", sagte Eschenburgs Bürgermeister Götz Konrad. Nun gelte es, gemeinsam mit der Politik das Ziel konsequent weiterzuverfolgen. "Die vielen Bemühungen haben sich gelohnt", hieß es aus dem Dillenburger Rathaus. "Danke an alle, die dieses Projekt mit uns unterstützt haben."

"Hoch erfreut" zeigte sich Dietzhölztals Bürgermeister Andreas Thomas. Die bessere Anbindung des Dietzhölztals an die A 45 sei für den Industriestandort auf Dauer überlebenswichtig.

Die IHK habe vier Studien zur Verbesserung der Verkehrsinfrastruktur in der Region initiiert und finanziert. Die Ergebnisse seien sämtlich im neuen Plan umgesetzt worden. IHK-Hauptgeschäftsführer Andreas Tielmann bewertet den Verkehrswegeplan deshab positiv: "Die IHK-Studien tragen nun Früchte, unsere Wirtschaftsregion nimmt beim Ausbau der Verkehrswege Fahrt auf", sagte er. Der neue Verkehrswegeplan beinhalte eine klare Finanzierungsperspektive der Projekte des vordringlichen Bedarfs, sagte Saskia Kuhl, Leiterin Verkehr bei der IHK Lahn-Dill. "Dieses Umsetzungsversprechen muss nun eingelöst werden."

Um dieses Ziel zu erreichen, müssten die Planunterlagen für die Bauverfahren mit Hochdruck erstellt werden", forderte Tielmann.

Seit Jahren klagen die Anwohner in Frohnhausen und Wissenbach über die aus ihrer Sicht unzumutbare Verkehrsbelastungen vor ihren Haustüren. Täglich sind auf der Strecke rund 20 000 Fahrzeuge unterwegs. Weil der Bundesstraße eine wichtige Funktion als Zubringer zur A 45 zukommt, drängt die Industrie- und Handelskammer auf den Bau der Umgehungstrasse. Die IHK finanzierte auch das Dossier der Uni Siegen, das ganz klar die Bedeutung der Umgehung hervorhob. Die Experten hatten für die 5,2 Kilometer lange Trasse Kosten in Höhe von 27,8 Millionen Euro errechnet.


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Kommentare (1)
Hoffen wir das wir daß noch erleben!!
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