
Heinz Rudolph (Foto) wurde 84 Jahre alt. Er hatte alles geordnet. Eben so, wie es immer seine Art war. Einen Text, den er schreiben wollte, ist er nie schuldig geblieben. Auch kurz vor seinem Tod war es nicht anders. Als er im vergangenen November mit 84 Jahren nach schwerer Krankheit in Eiershausen starb, hatte er sein letztes großes Werk vollendet. Bis hin zu einer Liste von Geschäften und Stellen, die für den Verkauf des neuen Buchs in Frage kommen.

"Hölle am Eismeer (Die Schicksalsjahre der Irene Koch" heißt das Buch, in dem Heinz Rudolph abermals ein bedrückendes Stück seiner eigenen Lebensgeschichte verarbeitet hat. Thematisch knüpft das Werk an sein autobiografisches "Sibirisches Tagebuch - ein deutsch-deutsches Schicksal" aus dem Jahr 2001 an. Darin beschreibt er fünf Jahre politische Gefangenschaft in sowjetischen Straflagern am Polarkreis.
n Heinz und Irene schrieben sich im Lager Briefe, sahen sich später aber nie wieder
1928 in Klingenthal im Erzgebirge geboren, protestierte Heinz Rudolph 1950 in Halle an der Saale mit Freunden gegen das stalinistische Regime. Er wurde festgenommen und zu 25 Jahren Haft verurteilt.
Rudolph verrichtete in den berüchtigten Lagern rund um das nordrussische Workuta Zwangsarbeit. Kälte, Hunger, Not, Gewalt, Willkür, aber auch Glaube, Freundschaft und Hoffnung beschreibt er in seinen Erzählungen. Sie gleichen der Bewältigung eines Traumas.
In dieser Zeit in Workuta setzt auch das neue Buch "die Schicksalsjahre der Irene Koch" an. Kein Roman, sondern ein Tatsachenbericht, wie Heinz Rudolph sein Buch selbst betitelt hat.
Irene Koch wurde ein Jahr vor Heinz Rudolph als 21-Jährige in Halle von der Straße weg verhaftet, wie er kam sie nach Workuta. Heinz Rudolph lebte dort im Lager für männliche, Irene Koch im Lager für weibliche Häftlinge. Männer und Frauen mussten Zwangsarbeit in einer Ziegelei leisten, Kontakte untereinander waren aber verboten. Dennoch schrieben sich Heinz Rudolph und Irene Koch Briefe, die sie in den frisch geformten Ziegeln versteckten, um sie so auszutauschen.
Noch während Heinz Rudolph im Lager inhaftiert war, konnte die junge Frau in die DDR zurückkehren. Erst durch sie erfuhren seine Eltern, dass ihr Sohn lebte.
Rudolph kam 1955 zusammen mit den Spätheimkehrern aus sowjetischer Kriegsgefangenschaft frei. Er schaffte es, unter Gefahren nach Westdeutschland zu gelangen. In Eiershausen fand er durch seine Frau Maria seine neue Heimat. Irene Koch und er haben sich nie wieder getroffen.
n Das Buch "Hölle am Eismeer" wird am kommenden Freitag (8. Februar) in der historischen Johanneskapelle in Ewersbach vorgestellt. Alle Interessierten und Freunde des Autors sind dazu willkommen. Dietzhölztals Bürgermeister Stephan Aurand wird die Gäste begrüßen, außerdem werden Passagen aus dem Buch vorgelesen. Beginn ist um 18 Uhr.
n Wer das Buch lesen möchte, kann es bereits jetzt zum Preis von 13 Euro bei Heinz Rudolphs Ehefrau Maria, Gasse 2, in Eiershausen bestellen, & (0 27 74) 71 904.







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