Iranischer Investor will bei Fuhrländer einsteigen

WIRTSCHAFT 100 Mitarbeiter müssten beim Westerwälder Windradhersteller gehen, 80 könnten noch bleiben / Neustart ohne Altschulden
Der Hauptsitz der Fuhrländer AG ... | Foto: Linker

Der potenzielle Investor will 80 der verbliebenen Mitarbeiter am Hauptsitz in Liebenscheid weiter beschäftigen, 100 müssten also gehen. Das teilte der Westerwälder Windradhersteller gestern mit. Die Beschäftigten wurden gestern Vormittag in einer Mitarbeiterversammlung informiert.

Mit dem potenziellen Investor sei ein Vorvertrag geschlossen worden. Es handelt sich um die iranische Mapna-Gruppe mit Hauptsitz in Teheran und Europasitz in Düsseldorf. Der Industriekonzern baut nach eigenen Angaben Anlagen für Kraftwerke zur Stromerzeugung, darunter - Gas- und Dampfturbinen sowie Generatoren. Außerdem stellt der Konzern Erdöl verarbeitende Anlagen her, Lokomotiven und ist an Windenergie-Projekten beteiligt.

"Mapna ist nicht plötzlich aufgetaucht, es bestehen langjährige Geschäftsbeziehungen", sagte Fuhrländer-AG-Sprecher Pietro Nuvoloni. Es sei ein Kunde des Windradherstellers. Fuhrländer Insolvenzverwalter Professor Dr. Dr. Thomas Schmidt habe auch mit Interessenten beispielsweise aus Indien gesprochen, aber bei diesen Verhandlungen habe es keine Fortschritte gegeben.

Neue Gesellschaft

Das Ziel von Mapna sei es, Teile der Fuhrländer AG, wie Teile der Produktion ("in kleinem Maße" sollen weiter Windräder in Liebenscheid hergestellt werden), Service und Wartung, auf eine neue Fuhrländer-Gesellschaft zu übertragen. Außerdem soll sie im Ausland das Geschäft mit Fuhrländers Windrad-Lizenzen betreiben. Diese Gesellschaft mit den 80 Mitarbeitern wäre laut Nuvoloni frei von Altschulden und könne neu beginnen. Welche Summe Mapna investieren will, konnte der Sprecher gestern nicht sagen.

Im August vergangenen Jahres hatte der ukrainische Investor Maxim Efimov die Mehrheit der Fuhrländer-Aktien übernommen. Auch mit ihm habe es Gespräche gegeben. Nuvoloni: Mapna sei aber bereit gewesen, mehr von Fuhrländer zu erhalten als Efimov.

Sollte aus dem Vorvertrag mit dem iranischen Konzern ein endgültiger Investitionsvertrag werden, "dann sind auch die Behörden auf Bundesebene informiert", erklärte der Fuhrländer-Sprecher.

Nachdem diese Zeitung vor zwei Wochen berichtet hatte, dass die 85 Fuhrländer Azubis aufgrund der Insolvenz und der Freistellung von damals 148 Mitarbeitern neue Ausbildungsbetriebe suchen, hatten sich Unternehmen an die IG Metall in Betzdorf gewandt. Fünf Auszubildende hätten bereits vermittelt werden können, berichtete die dortige Gewerkschaftssekretärin Diana Trulsson.

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Dokument erstellt am 19.02.2013 um 18:36:00 Uhr
Letzte Änderung am 07.03.2013 um 20:45:46 Uhr
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