
Maddin, der Schauspieler und Komiker aus dem hessischen Burgholzhausen, einem Ortsteil von Friedrichsdorf, hat schließlich bundesweit einen beachtlichen Bekanntheitsgrad erreicht. Geholfen hat ihm dabei sicher die Fähigkeit, seine ausgeprägte Gesichtsform in schon fast gewöhnungsbedürftigen "Verrenkungen" zu präsentieren. In Verbindung mit gestylt unbeholfenem hessischen Gebrabbel und skurrilen Wortdrehern (Rekanalisation anstelle von Reinkarnation) geraten Maddins Auftritte zur Verbal-Pantomime mit Blödsinn-Faktor.

In einer modisch demolierten Jeans, weißem Hemd und schwarzen Halbschuhen enterte der große, verlegene Junge von nebenan die Bühne. Es begannen fast endlose Monologe ohne Punkt und Komma über sein gewöhnungsbedürftiges Familien- und Beziehungsleben. Seine Bezugspersonen in der ersten Reihe, Tanja und Klaus, hatte er schnell in das Programm mit einbezogen. Dreh und Angelpunkt war ein Dixi-Klo - "das hat mein Leben von Grund auf geändert". Mit seiner Janine werde er in zehn Jahren das Fest der "Silbertrennung" feiern, erklärte er. Jedes Jahr im Mai trenne sie sich von ihm, um dann einen Monat später wieder zurück zu kommen. Daher käme auch für ihn eine Heirat nicht in Frage: "Was sollen die dauernden Scheidungen und Hochzeiten denn kosten?"

Mimik holt Gäste aus der Reserve
Ein Schild, das er bei einem seiner Nachmittagsspaziergänge sah, brachte "Schnell-Checker" Maddin ins Grübeln. "Zu verkaufen" - das war ihm suspekt: "Wer kauft den schon ein Schild?". Dann sprang ihm eine "Pippi Langstrumpf-Hütte" ins Auge und damit fing, von ihm lang und breit erzählt, das Bauherren-Elend an.
So richtig mit gingen die Saalgäste bis zur Pause nicht. Die Handlung, ohne Höhen und Tiefen von Maddin im Erzählstil vorgetragen, gab dafür auch wenig her. Lediglich seine unübertroffene, extreme Mimik holte die Zuschauer an manchen Stellen aus der Reserve.
n Mit dem Dixi-Klo fängt alles an
Mit dem Dixi-Klo ging es weiter. Maddin wollte sich nach "vollbrachter Tat" aus dem wenig wohlriechenden Verließ befreien, aber die Tür ging nicht auf. Minutenlang demonstrierte er mit einer nahezu perfekt pantomimischen Einlage, wie er sich um die Befreiung bemühte. Die schlimmsten Befürchtungen befielen den 48-Jährigen, der im richtigen Leben in Treisbach in der Nähe von Marburg lebt. Sein Leben zog angesichts eines schrecklichen Endes vor seinem geistigen Auge vorbei. Das schlimmste war, dass er vor dem Gang zur Toilette nichts mehr gegessen hatte. Der Hunger machte ihm so zu schaffen, dass dem Vegetarier selbst der Anblick von Silberfischchen das Wasser im Munde zusammenlaufen ließ.
Und alle Sünden - und Sinnsprüche fielen Maddin wieder ein: "Oma hat immer gesagt, wenn es Grießbrei regnet, musst du den Löffel rausholen" und "Wenn ich in den Himmel komme, gibt es jeden Tag Streuselkuchen. Furztrocken".
Die Geschichte hatte ein Happy-End: Das Dixi kippte um, rollte den Berg hinunter und Maddin konnte durch das sich öffnende Dach sein Gefängnis verlassen. "Ich hab ja schon oft Scheiße ausgesehen, aber so Scheiße, nee", stöhnte Maddin unter Saalgelächter.
Zur Zugabe brachte er seinen besten Freund Jochen (Jochen Engel aus Hanau) mit Akkordeon auf die Bühne. Mit hochgestelltem Elvis-Hemdkragen trällerte Maddin zu den Quetschkommoden-Klängen "Muss i denn".
Fazit: Wer den Maddin vom Fernsehen kennt und liebt, wollte ihn lebendig und in Aktion sehen. Die übrigen "Kusch"-Gäste ohne "Maddin-Erfahrung" sahen sich einem Comedien gegenüber, der sicher Menschen zum Lachen bringen kann. Dies aber weniger mit einem zweifelhaften Programm, als durch seine unvergleichliche Performance, die ihm zu einem Alleinstellungsmerkmal verhilft. Maddin ist eben Maddin. Man muss ihn mögen - oder nicht.







Kommentare (0)

















