
Als sich beide am Montagmittag in der Herborner Bahnhofsgaststätte wieder trafen, sei der 63-Jährige mit einem Taxi nach Hause gefahren, habe drei Schusswaffen geholt und sich zurück zur Kneipe fahren lassen.
Nachdem das Opfer aus der Toilette kam, habe der Beschuldigte Richtung Kopf schießen wollen, allerdings habe das Opfer die Waffe noch etwas ablenken können, und das Projektil habe die rechte Wange gestreift. Ein zweiter Schuss Richtung linker Schulter hat laut Staatsanwalt Uwe Braun "nur um Haaresbreite eine lebenswichtige Arterie verfehlt".

Der 70-Jährige habe schwere, aber keine lebensbedrohliche Verletzungen und müsse im Krankenhaus operiert werden.
Nach unseren Informationen hatten sich der 63-jährige Beschuldigte und sein 70-jähriges Opfer bereits seit längerem gestritten. Und beide sind Stammgäste in der Herborner Bahnhofskneipe. Ein weiterer Gast, der am Montagnachmittag gerade zur Toilette gehen wollte, erlitt wegen der Schüsse ein Knalltrauma. Er wird ebenfalls im Krankenhaus behandelt.
Nachdem der 63-Jährige die Schüsse abgegeben hatte, wurde er von dem Pächter der Bahnhofsgaststätte überwältigt. Der schubste ihn rückwärts auf einen Tisch, hielt ihn im Schwitzkasten und nahm ihm die Pistole ab - in der Vermutung, es sei bloß eine Schreckschusspistole und keine scharfe Waffe. Ein Gast half schließlich, den Schützen auf dem Boden festzuhalten. Danach verständigte der Wirt die Polizei.
Die Beamten fanden bei dem Schützen zwei Pistolen sowie einen selbstgebauten Schussapparat. Ob er einen Waffenschein hatte, müssten die Ermittlungen noch ergeben, sagte Staatsanwalt Braun. Die Polizei untersuche nun die Waffen, außerdem müsse das Tatmotiv näher beleuchtet und das Opfer noch eingehend vernommen werden.
Beschuldigter äußert sich nicht
Nach jetzigem Ermittlungsstand geht Braun davon aus, dass der 63-Jährige wegen versuchten Mordes in Tateinheit mit gefährlicher Körperverletzung vor der Schwurgerichtskammer in Limburg angeklagt wird. Der Beschuldigte wurde gestern in eine Justizvollzugsanstalt in Hessen gebracht. Vor dem Haftrichter in Wetzlar hatte er am Dienstag keine Angaben zu der Schießerei gemacht.







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