Polizei blitzt an über 300 Plätzen

VERKEHR Zu schnellen Fahren Hauptursache für tödliche Unfälle/ Mittwoch: Fuß vom Gas

Guido Rehr

(Foto: Archiv)

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Im Lahn-Dill-Kreis wird die Polizei zum „Speedmarathon“ an 14 Stellen plus Autobahn ihre Blitzer aufbauen. Darunter sind sowohl Landes- und Bundesstraßen wie die B 277 bei Dillenburg, die B 49 bei Wetzlar oder die B 255 bei Herborn und am Aartalsee.

Auch wer den Kreis verlässt, muss natürlich mit Blitzern in Nachbarkreisen wie Gießen, Marburg-Biedenkopf und Limburg-Weilburg rechnen. Die Polizei möchte mit dem „Speedmarathon“ auf die Gefahren und die Folgen zu schnellen Fahrens hinweisen. Zwischen 6 und 22 Uhr geraten Raser verstärkt ins Visier der Geschwindigkeitsmesser, erklärt Polizeisprecher Guido Rehr.

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Ein Blick in die Verkehrsunfallstatistik des Polizeipräsidiums Mittelhessen (die Zahlen für den Lahn-Dill-Kreis sind bislang noch nicht veröffentlicht) zeigt, dass zu schnelles Fahren weiterhin die Hauptunfallursache bei Unfällen mit Getöteten und Schwerverletzten ist.

Erstmals seit zwei Jahren ist im Jahr 2016 die 2000er-Marke von Unfällen, bei denen eine überhöhte oder nicht angepasste Geschwindigkeit festgestellt wurde, überschritten worden. 2082 solche Unfälle gab es im Einzugsbereich des Polizeipräsidiums Mittelhessen (die Landkreis Gießen und Marburg-Biedenkopf sowie der Wetterau- und der Lahn-Dill-Kreis). Bei fast genau einem Drittel der Getöteten (neun Personen) hat nicht angepasste Geschwindigkeit zur Unfallentstehung beigetragen. Bei den Schwerverletzten waren es etwa ein Viertel der Unfälle, so Polizeipräsident Bernd Paul.

Und: Während innerorts das Gros der Zusammenstöße lediglich Sachschäden zur Folge haben, nehmen auf Autobahnen, auf Schnell- und auf Landstraßen die schweren Unfallfolgen wegen der deutlich höheren Geschwindigkeiten zu.

Guido Rehr: „Jeder Verkehrsteilnehmer hat Einfluss auf die Geschwindigkeit“

Guido Rehr erklärt dazu in einer Pressemitteilung zum „Speedmarathon“ (Speed, englisch: Geschwindigkeit): „Geschwindigkeitsverstöße sind keine Kavaliersdelikte, sie werden von den Betroffenen überwiegend bewusst und kalkuliert begangen.“

Wissenschaftliche Untersuchungen hätten gezeigt, dass die Reduzierung des Geschwindigkeitsniveaus innerorts um zwei Stundenkilometer die Zahl der Verunglückten um 15 Prozent senkt. „Dies wird deutlich, wenn man bedenkt, dass bei Tempo 65 acht von zehn zu Fuß Gehende bei der Kollision mit einem Pkw sterben, während bei 50 Stundenkilometer acht von zehn Fußgängern überleben“, rechnet Rehr vor.

Ob Verletzte oder gar Getötete nach einem Verkehrsunfall zu beklagen sind, liegt laut der Polizei an vielen Faktoren: Wie viele Insassen befinden sich im Wagen? Kracht man mit einem kleinen Wagen mit geringer Knautschzone frontal gegen eine Oberklasse oder prallt das Fahrzeug seitlich und damit weniger geschützt gegen ein Hindernis?

In allen Fällen sei die Geschwindigkeit zum Zeitpunkt des Aufpralls der entscheidende Faktor, ob man verletzt wird, überlebt oder stirbt.

„Jeder Verkehrsteilnehmer hat Einfluss auf die Geschwindigkeit und damit auf seine eigene Lebensqualität und die der anderen“, mahnt Polizeisprecher Guido Rehr vor dem „Speedmarathon“ am Mittwoch (19. April).

 

Achtung, Blitzer! Folgende Blitzstellen hat das Polizeipräsidium Mittelhessen für den Lahn-Dill-Kreis ausgewiesen:

Wetzlar, B 49 Höhe Forum
Eibelshausen, B 253
Herborn, B 255 / Steinringsberg und B 277 zwischen Herborn und Sinn
Herborn, L 3046 in Höhe Unterführung zur Autobahn 45
Bischoffen, B 255 Aartalsee
Wetzlar, Frankfurter Straße 59, stadtauswärts und Forsthausstraße, Höhe Klinik
Dillenburg, Kasseler Straße und B 277 Shell-Tankstelle
Haiger-Oberroßbach, Grundstraße 131
Haiger-Allendorf, Siegener Straße 16
Haiger, Hohleichrain 9
Hüttenberg, Stadtgebiet
Waldsolms, Gemeindegebiet
Im Gebiet der Polizeiautobahnstation Mittelhessen:
Bei Buseck, A 480 und bei Haiger, A 45 an mehreren Stellen auf der Autobahn. (red)


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Kommentare (1)
"Wetzlar, B 49 Höhe Forum"

Wo permanent geblitzt werden sollte.
Selbst bei zügiger und gleichmäßiger Fahrweise (mit Tempomat) wird man hier laufend überholt und bedrängt.

Hinzu kommen noch die auf Höhe des Forums mehr
Auffahrenden in Richtung Gießen. Das Vorfahrtnehmen ist hier an der Tagesordnung. Der Durchgangsverkehr wird zu Vollbremsungen (man sieht dort immer wieder neue Bremsspuren) oder zum Ausweichen auf die linke Spur genötigt.
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