
Zur ersten Vorstellung am Nachmittag kamen dann rund 800 Besucher, die sich das Spektakel, bestehend aus Artistik, Jonglage und Dressur-Nummer, anschauen wollten. Gerade wegen der Tier-Dressuren hatte die Tierschutzorganisation PETA im Vorfeld ein Protestschreiben zusammen mit einer Chronik über den Circus Universal Renz an Bürgermeister Hans Benner geschickt. Der Vorwurf der Tierschützer lautet, dass das Unternehmen mehrfach gegen Tierschutzbestimmungen verstoßen habe.

Zirkus-Sprecher Fischer: "Vorwürfe von PETA ergehen sich immer in denselben Phrasen

Fischer bezeichnete am Freitag die Aktion der Tierschutzorganisation als professionelles PR-Management: "PETA begleitet die großen fünf bis sechs Zirkusse in Deutschland; die Vorwürfe ergehen sich dabei immer in denselben Phrasen. Wir verfügen über alle notwendigen Genehmigungen und derzeit gibt es auch keine Beanstandungen von den entsprechenden Behörden. Auf einer sachlichen Ebene sind wir aber gerne bereit zu diskutieren; auch wir haben großes Interesse am Tierschutz und würden uns gerne mit den entsprechenden Vertretern darüber unterhalten."
Die Zuschauer ließen sich das Vergnügen von den Zwistigkeiten am Freitag nicht verderben. "Also ich finde nicht, dass die Tiere schlecht oder krank aussehen, gerade die Pferde wirken sogar sehr gepflegt", meinte eine Zuschauerin. Auch das Veterinäramt des Kreises, das den Zirkus am Tag zuvor kontrolliert hatte, fand im Übrigen keine Beanstandung.
Am Freitag konnten somit alle geplanten Tiernummern stattfinden. Diese reichten von verschiedenen Pferde- und Pony-Dressuren über eine Hundeshow bis hin zur Vorführung mit Kamelen, Lamas und Alpakkas. Einen der Höhepunkte stellte dabei die Elefantenshow von Daniel Renz jr. dar. Die Elefanten waren in Herborn die einzigen "echten" Wildtiere, die vorgeführt wurden.
Richtig spektakulär ging es dann bei den artistischen Nummern zu. Eine gewagte Hochseilshow lieferten hier unter anderem die Jungs von den "Los Talentos". Ohne Netz oder sonstige Sicherung tanzten sie zu rhythmischer Samba-Musik in schwindelerregender Höhe über das Seil. Als zwei der Artisten einen Kollegen, der auf einem Stuhl saß, auf ihren Schultern über das Drahtseil balancierten, hielten die Zuschauer den Atem an.
Tolle Akrobatik kommt zum Schluss
Schön anzuschauen waren weiterhin eine Jonglage-Nummer mit Hula-Hoop-Reifen sowie die Darbietung der Künstlerin Amy am Vertikaltuch. Viel Spaß und amüsante Unterhaltung gab es zwischendurch immer wieder von den beiden Clowns Marco und Angela. So schoss Clown Marco beispielsweise imaginäre Golfbälle durch die Manege. "Das hat mir am besten gefallen", meinte die neun Jahre alte Victoria Freier, die sich als Belohnung für eine gute Schulnote von ihrer Oma den Zirkus-Besuch gewünscht hatte.
Magisch wurde es beim Duo Urunov. Elena und Ruslan, die bereits einen "Bronzenen Clown" beim Zirkusfestival in Monte-Carlo gewannen, führten nach ihrer bekannten Pferde-Dressur noch eine Kostümillusion vor. Dabei versteckten sie sich kurz hinter Tüchern und kamen binnen eines Lidschlages in einem neuen Outfit wieder hervor. Wie sie das bewerkstelligen, wird wohl ihr Geheimnis bleiben. Für viel Applaus sorgte gegen Ende nochmal die Trapezvorführung des Duo Kovatchev: Gut aufeinander abgestimmt vollführten die beiden tolle Akrobatik unter dem Dach des Zirkuszeltes.
Zum Schluss hieß es dann nochmals: "Atem anhalten" bei der sogenannten "Motorradkugel". In einem kugelförmigen Käfig fuhren die Artisten der Columbia Stars mit ihren PS-starken Motorrädern todesmutig ihre Runden – immer kurz davor, den anderen zu streifen oder mit ihrer Maschine abzustürzen. Für diese großartige Leistung gab es dann auch nochmal einen Riesen-Beifall für die Mitglieder der Truppe, die ebenfalls schon internationale Preise gewonnen hat und zurzeit erstmals mit dem Circus Universal Renz unterwegs ist. Gerade aufgrund der exzellenten artistischen Darbietungen wäre zu überlegen, ob ein Zirkus heute überhaupt noch mit Tiernummern aufwarten muss.







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