"Schätzchen" gefallen Sammlern

PINBÖRSE In Hörbach haben sich Händler und Fans zum Tausch getroffen
Viel zu entdecken gab es für ... | Foto: Kordesch

Motive von Fußballvereinen, Coca Cola, "Hard Rock"-Cafés und natürlich Brauerei- und Autopins finden sich auf den Tischen, die Vielfalt ist nahezu unüberschaubar. "Es gibt nichts, was es nicht gibt", sagt einer der Händler.

Das Herborner Sammertreffen ist eines der letzten verbliebenen bundesweit. "Bei uns im Süden ist gar nix mehr", sagte eine Frau aus Stuttgart, die mit Ehemann und Sohn einige Meter voller Alben, Vitrinen und Schaukästen präsentiert. Sie ist nach zehn Jahren Pause seit zwei Jahren wieder mit Begeisterung dabei und hat auch Junior Fabian angesteckt, der Pins mit Traktorenmotiv sammelt. "Aber dem Hobby fehlt der Nachwuchs", hat die Schwäbin festgestellt, die rund 50 000 Pins ihr eigen nennt.

Das Pinsammeln ist rückläufig wie so vieles andere auch, bestätigt Veranstalterin Gaby Bott.

Vorbei die Zeiten, als im Bürgerhaus Merkenbach die Sammler vor Saalöffnung zu Dutzenden Schlange standen, um die traditionell zu jeder Börse erschienenen limitierten Trucks und Pins zu ergattern. Einen auf hundert Exemplare limitierten Pin mit dem Motiv eines historischen Sportwagens und zwei Heißluftballonen haben Gaby und Andy Bott auch in diesem Jahr aufgelegt, die Bierlaster allerdings gibt es schon seit einigen Jahren nicht mehr.

Das Tauschtreffen verdient kaum noch seinen ursprünglichen Namen "Pin- und Werbetruck-Tauschtreffen", denn hinsichtlich der Bierlaster ist der Markt komplett zusammengebrochen - während früher geschätzt die Hälfte der Ausstellungsfläche für die Werbetrucks gebraucht wurde, verschwanden die zunächst in Kisten unter die Tische und dann fast ganz.

n Die Trucks im Miniaturformat werden heute kaum noch gehandelt

Botts haben den Großteil ihrer Sammlung an den Kindergarten verschenkt, und im Hörbacher Sportheim haben nur die Herborner Alfred und Majda Kunzmann noch einige Exemplare im Angebot, darunter auch fast alle "Bärenbräu"-Trucks. Auch der erste findet sich hier, der heute noch trotz der Hobbyaufgabe so vieler Sammler noch für rund 50 Euro gehandelt wird.

Majda Hofmann, die auch noch Überraschungseier sammelt, hat auch noch andere Schätzchen aus der Bärenbräu-Geschichte dabei, so eine große hölzerne Plakette, die an einen Fassdeckel erinnert und den Bärenbräu-Schriftzug mit dem Hinweis "aus der 1000-jährigen Stadt Herborn" trägt.

Einen Gang weiter hat Bernd Hora aus Oberursel seinen Stand. Er ist spezialisiert auf Autopins und nach Aussage seiner Hobbykollegen eine echte Koryphäe auf diesem Gebiet. Mindestens 30 000 Autopins dürfte es geben, schätzt der ehemalige Verkaufsleiter in einem VW-Autohaus, der vor allem Marken aus dem Volkswagen-Konzern sammelt.

Besonders stolz ist er aber auf die mit 30 Exemplaren vollständige "Denkmal-Serie" von Ford, die zwischen 1992 und 2008 erschien. Dass er einmal alle Objekte seiner Begierde beisammen hat, hält er für unwahrscheinlich: "Die Hersteller legen teilweise Pins für Lehrgangsteilnehmer oder für Auszeichnungen in so geringen Stückzahlen auf, dass man da kaum rankommt", weiß er.

Die Pins haben Hora schon im beruflichen Leben zu Erfolg verholfen, berichtet er schmunzelnd: Er habe unter den großen und kleinen Sammlern, die ihn seinerzeit im Autohaus bestürmten, eine "Prämie" von 50 verschiedenen Ansteckern für jeden vermittelten Auto-Verkauf ausgelobt, erzählt er.

Das habe, was bis heute kaum ein Kollege glauben wolle, tatsächlich insgesamt zu einigen hundert Abschlüssen und in einem Jahr sogar zum Titel des erfolgreichsten Verkäufers im Konzern geführt.

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Dokument erstellt am 28.10.2012 um 13:55:34 Uhr
Letzte Änderung am 28.10.2012 um 15:02:09 Uhr
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