
Wer etwa mit der Linie 403 aus Bicken nach Seelbach will, muss erleben, dass der Bus nicht erst dort hält, sondern weiter nach Herborn fährt. Dort muss man dann in die Linie 503 umsteigen und zurück ins Aartal fahren. Für einen drei Kilometer langen Weg fährt man so einen so 13 Kilometer Umweg. Wer beispielsweise um 9.02 Uhr an der Alten Schmiede in Bicken einsteigt, kommt erst um 9.56 Uhr an der Sparkasse in Seelbach an.
"Das ist der helle Wahnsinn", beklagt sich Heidrun B. (Name geändert). "Ich muss mehrmals in der Woche von Ballersbach zum Arzt in Herbornseelbach und fahre eine halbe Stunde spazieren!" Es gibt nur ein Schlupfloch für Leute, die nach Seelbach wollen: Um 15.04 Uhr fährt der 403er-Bus am alten Bahnhof in Ballersbach ab und kommt laut Fahrplan schon fünf Minuten später an der Sparkasse in Seelbach an. Das aber nützt Patienten ohne Auto nichts, die morgens zur Blutabnahme zum Arzt in Seelbach wollen. Sie können nur auf freundliche Nachbarn hoffen.
Mittenaars Bürgermeister Hermann Steubing hat deswegen schon der Verkehrsgesellschaft Lahn-Dill-Weil (VLDW) geschrieben und auf die offenkundigen Mängel im Fahrplan hingewiesen: "Diese neue Variante ist nicht nur lästig, sondern sie widerspricht auch den Zielen des ÖPNV."
Steubing weist auch darauf hin, dass es seit der Fahrplanumstellung Busse gibt, die die Schüler der Alstedschule am alten Bahnhof in Ballersbach ausladen. Von dort müssen sie dann durch den Eltern-Bring-Verkehr und an der 23 Stunden lang geöffneten Spielhalle vorbei zur Schule laufen. "Wir haben nicht mit erheblichem Aufwand die hervorragende Haltestellensituation an der Schule geschaffen, um nun die Kinder den Gefahren des Verkehrs auszusetzen", kritisiert der Bürgermeister.
Vom Verkehrsverbund Lahn-Dill-Weil war am Dienstag noch keine Stellungnahme zu der Situation im Aartal zu erhalten.







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