Zwölf Betten auf 25 Quadratmetern

FLÜCHTLINGE 150 freiwillige Helfer machten aus dem ehemaligen Markt eine Erstaufnahmeeinrichtung

Die beiden Christdemokraten Clemens Reif (links) und Jörg Michael Müller (2. von rechts) sowie SPD-Landrat Wolfgang Schuster (rechts) schauten sich am Samstag im ehemaligen Herborner REWE-Markt den Aufbau von insgesamt 500 doppelstöckigen Betten an. (Foto: Gredau)

An diesem "Musterzimmer" konnte sich das Aufbaupersonal orientieren. 150 Feuerwehrleute und THW-Angehörige bauten auf Basis dieser Vorlage 25 Quadratmeter große "Zellen", in denen jeweils zwölf Flüchtlinge untergebracht werden sollen. (Foto: Gerdau)

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Das Gebäude soll schon in Kürze als weitere Hessische Erstaufnahme-Einrichtung (HEAE) dienen. Die schlagkräftige Truppe von Wehren aus dem nördlichen Kreisgebiet vom Dietzhölztal bis Ehringshausen wurde von zwei DRK-Zügen mit insgesamt 29 Personen unterstützt.

Sechs Etagenbetten und sechs doppelte Blechspinde müssen den Flüchtlingen zunächst reichen

Die Frauen und Männer mit dem Roten Kreuz auf ihren Uniformen packten Willkommenspakete für die in Kürze eintreffenden Flüchtlinge und sorgten mit Knackwürsten, Mineralwasser und Brötchen für die Verpflegung der freiwilligen Helfer.

Rund zehn Minuten brauchten die Männer der "Task Force" für den Zusammenbau eines Etagenbettes. Sechs davon stehen in einer 25 Quadratmeter großen "Zelle" mit Blick gegen die Hallendecke. Dazu kommen noch sechs Doppel-Blechspinde. Für zwölf Menschen wird es sicher sehr eng und von Komfort kann wirklich keine Rede sein.

Angesichts der Tatsache, dass 1000 Menschen in dem ehemaligen Lebensmittelsupermarkt untergebracht werden sollen, gibt es keine bessere Lösung. "Das ist immer noch besser, als im Kriegsgebiet irgendwo vegetieren zu müssen", meinte einer der Helfer.

Es ist gut geheizt in dem riesigen Gebäude und an der Stelle, an der die ehemalige Metzgereiabteilung war, wird künftig ein Caterer die Essensausgabe für die Flüchtlinge betreiben. Die Malzeiten können dann direkt davor an Bierzeltgarnituren eingenommen werden.

50 "Dixi"-Toiletten stehen vor dem Haupteingang der Halle. Nur hier könne man die Wasseranschlüsse anzapfen, sagte der Kreisbrandinspektor Rupert Heege. Man hätte lieber Wasch- und Toiletten-Container aufgestellt, aber der Markt dafür sei inzwischen wie leer gefegt, so dass man später noch daran denken könne. Die mobilen Toiletten würden alle zwei Tage geleert und gereinigt. Damit die Häuschen auch bei starkem Frost nicht einfrieren, habe man in die "Dixis" entsprechende Elektroheizungen einbauen lassen.

Landrat Wolfgang Schuster (SPD), der Herborner Stadtverordnetenvorsteher Jörg Michael Müller (CDU) und der Landtagsabgeordnete Clemens Reif (CDU) schauten sich vor Ort die Aufbauarbeiten an und zeigten sich beeindruckt von der Leistung der Wehren.

Die ehemalige Getränkemarkt-Halle erhält lediglich eine Möblierung und soll künftig als Begegnungsstätte beziehungsweise auch als Aufenthaltsraum genutzt werden.


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Kommentare (1)
Der Herr Reif sollte lieber mal mit anpacken.
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