Kaninchen sterben für Gartenschau

Symbolbild Wildkaninchen

Grund ist laut Landesgartenschau-GmbH, dass die Tiere Pflanzen wie Krokusse fressen. "Wir müssen dagegen vorgehen, sonst können wir vor allem Stauden und Einjährige, aber auch Hecken und Sträucher nicht in der Qualität zeigen, die einer hessischen Gartenschau entspricht", rechtfertigt Geschäftsführer Detleff Wierzbitzki das Vorgehen mit der Waffe.

Frettchen fangen nicht genug Tiere

Die ersten Einsätze eines Jägers, der im Herbst und Winter mit Hilfe von Frettchen die Wildkaninchen in ihrem Bau einfing, hätten nicht genug Erfolg gebracht. "Wir waren fünf Tage lang vor Ort und haben auch viele Tiere eingefangen, aber einige saßen immer wieder außerhalb des Baus, so dass wir sie nicht erwischen konnten", sagt Seidemann.

Deshalt soll der Jäger nun noch einmal auf die Jagd gehen: Diesmal wolle er die verbliebenen Tiere vor Ort schießen, teilt die Landesgartenschau-GmbH mit. Es handele sich nicht um Massen, sondern um "mal da eines, dort zwei, hier fünf".

Die Verantwortlichen der Schau fürchten vor allem das Frühjahr, in dem die Kaninchen besonders vermehrungsfreudig seien. Kaninchen würden mit etwa sechs Monaten geschlechtsreif. Von Februar bis August würden nach jeweils vier Wochen Tragzeit fünf bis zehn Junge geboren.

Landkreis hat die Jagd erlaubt

Das soll Jäger Axel Seidemann verhindern. Er wird in der Abenddämmerung durch das Gelände laufen und mit Kugel oder Schrot jagen. "Es muss schnell und ruhig vonstatten gehen, damit die verbliebenen Tiere möglichst wenig Jagddruck spüren. Ein Schuss verschreckt sie in der Regel nicht, weil sie nicht wissen, dass damit Gefahr verbunden ist", sagt Seidemann. Etwa die Hälfte der Tiere will er erwischen.

Die Genehmigung der unteren Jagdbehörde des Landkreises liegt bereits vor. Laut Landesjagdgesetz dürften Wildkaninchen auch in so genannten "befriedeten Bezirken" wie der Wieseckaue bejagt werden, da sie Schäden anrichten.


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Kommentare (3)
Dies erinnert mich an die unselige Hunde-Tötungs-Akiton vor der Fußball-EM 2012 in der Ukraine. Damals gab es einen großen Aufschrei...
Ein Grund mehr diese unsinnige Prestigeveranstaltung zu boykottieren!
Danke für diese Information.
Da fällt mir die Entscheidung leicht, die Gartenschau nicht zu besuchen, sondern mich stattdessen weiterhin dem Tierschutz zu widmen, dem ich mein Leben lang schon sehr verbunden bin. Ich mehr
bin gespannt, wann wir Wildkaninchen vor dem Aussterben bewahren müssen.
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