
Dann begann die Lesung mit Katja Riemann. "Ich riss die Augen auf und war sofort wach. Obwohl ich ganz, ganz tief geschlafen hatte, drang das unmissverständliche Knarren der vierten Treppenstufe bis in mein Gehirn. Ich war sicher, dass ich mich nicht verhört hatte, und wusste auch, was es bedeutete: Jemand war im Haus."
Shelley lebt mit ihrer Mutter nach deren Trennung von Shelleys Vater zurückgezogen auf dem Land, inmitten ihrer Bücher und Musik. Nur dort, in ihrem abgelegenen Haus, fühlen sie sich wohl. Während Shelleys Mutter unter ihrem cholerischen Chef leidet, wird Shelley in der Schule von ihren früheren Freundinnen brutal gemobbt. Die beiden wehren sich nicht, auch als Shelley nach einem Krankenhausaufenthalt zu Hause unterrichtet werden muss, um ihren Abschluss ohne Probleme zu schaffen. Doch als in der Nacht vor Shelleys Geburtstag ein Einbrecher in ihr Haus eindringt, beginnen die beiden zurückzuschlagen.
Handyklingeln aus dem Grab
"'Shelley, Liebes, du brauchst keine Angst zu haben. Er will nur Geld. Wenn wir tun, was er sagt, lässt er uns in Ruhe und geht wieder.' Ich glaubte ihr nicht. Ihre zitternden Hände und ihre Stimme verrieten mir, dass sie es selbst nicht glaubte. Wenn eine Katze ins Mauseloch eindringt, lässt sie die Mäuse nicht ungeschoren davonkommen. Ich wusste, wie die Geschichte enden würde", las Katja Riemann und die Zuhörer warteten atemlos darauf, dass das Mädchen aktiv wurde.
Katja Riemann las, wie Shelley zusammen mit ihrer Mutter den Einbrecher umbringt, und wie die beiden ihn im Rosenbeet verscharren. Als aus dem Grab ein Handyklingeln ertönt, wissen sie, das sie keine Ruhe mehr haben werden. Katja Riemann beendete mit dem Handyklingeln ihre Lesung. Anschließend beantwortete sie die Fragen, die Vordemfelde vorbereitet hatte. Dabei bekannte die Schauspielerin, dass sie im Allgemeinen keine Krimis liest und dass ihr "Mucksmäuschentot" nicht besonders gefallen habe. Nur der außergewöhnlich nett formulierten Anfrage Uwe Lischpers, des Organisators des Krimifestivals, habe das Gießener Publikum ihre Zusage zu verdanken, so Riemann.
Nach dem Interview, in dem die Zuhörer auch die Einschätzung der Schauspielerin kennenlernten, dass es heute keine guten Tatortkommissare mehr gebe und Schimanski eine der letzten guten Figuren im Tatort gewesen sei, bat Ludwig Vordemfelde die Zuhörer zum Buffet.
Das Gießener Krimifestival wird am Montag mit einer Lesung des Bestsellerautors Stephan Ludwig in der Stadtbibliothek Gießen fortgesetzt. Einige Restkarten zum Preis von 7 Euro gibt es an der Abendkasse. Beginn ist um 20 Uhr, Einlass ab 19.30 Uhr. Mehr Infos unter www.krimifestival.de.







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