
"Wir haben das Pferd ins Institut für Veterinärpathologie an der Justus-Liebig-Universität Gießen gegeben, damit wir entweder Schlüsse im Umgang mit den anderen Urpferden ziehen können, oder uns sicher sein können, dass es ein Unglück war", sagt Goebel. Erst im September vergangenen Jahres ist der Hengst auf die Welt gekommen. "Eigentlich hätte er schon nach der Geburt sterben können", erklärt Goebel. Denn es wurde zur falschen Jahreszeit und von einer zu jungen Stute geboren. "Kira, Merlins Mutter, war noch übertragen gesprochen im Schulmädchenalter. Sie war frühreif und hat deswegen ihre Stutenpflichten nicht wahrgenommen", erklärt der Mitarbeiter des Bundesforstbetriebes.
Das Fohlen sah immer gut aus, die Stute hatte körperlich abgebaut

Damit die Stuten-Fohlen-Beziehung inniger wurde, hatten die Verantwortlichen die beiden für über zwei Wochen vom Rest der Herde getrennt. "Das hat auch gut funktioniert und wir dachten, beide sind über den Berg. Aber in den vergangenen drei Wochen hat die Stute körperlich abgebaut. Wir haben sie deshalb regelmäßig untersucht und dabei auch das Fohlen im Auge gehabt, aber es hat gut ausgesehen", so Goebel. Umso überraschter sei er nun, dass Merlin nicht mehr lebt.
Schon im Oktober 2011 war ein Urpferd nach der Auswilderung auf dem Gelände Campo Pond in Großauheim gestorben, für das der Bundesforstbetrieb verantwortlich war. Nach der Obduktion etwa ein halbes Jahr später kam heraus, dass die Stute wahrscheinlich Eicheln nicht vertragen hat. "Normalerweise wissen die Tiere, was nicht gut für sie ist und fressen es nicht." Hier hätte eine Fehlsteuerung der Natur vorgelegen.
Der Tod gehört in der Natur dazu
Der Tod der Wildtiere sei nicht die Regel, betonte Goebel. Aber er sei auch nicht außergewöhnlich. "Das Sterben ist auch ein deutlicher Selektionsprozess." Die Verantwortlichen könnten nur begrenzt in das Verhalten der Urpferde eingreifen. "Wir müssen mit diesen Tieren anders umgehen als mit Haustieren", erklärt er. Sie kämen nur schlecht an die Pferde heran. Deshalb müssten sie nun lernen, dass der Tod zu solchen naturnahen Projekten gehört.
Die Verantwortlichen sind nun am Boden zerstört wegen dieses Vorfalls. "Wir überlegen, was wir hätten anders machen können", sagt Goebel. "Ich habe das Fohlen noch drei Tage vor seinem Tod begutachtet, wobei es keinerlei Hinweise auf eine schwerwiegende körperliche Beeinträchtigung gab" erklärt Katja Roscher, eine der betreuenden Tierärztinnen von der Justus-Liebig-Universität. Eine Gefahr für die anderen Pferde auf der Hohen Warte bestehe aber nicht.







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