
Dieser Begeisterung tat die Tatsache keinen Abbruch, dass der vorgesehen Zeitplan von zwei Stunden um 100 Prozent überzogen wurde.

Schirmherr Clemens Reif legte in seiner bemerkenswerten Festrede den Fokus auf die Folgen des Zweiten Weltkrieges mit der Vertreibung der Menschen aus dem Kreis Falkenau im Egerland und deren Ansiedlung auch in Fellingshausen. Seinem verstorbenen Vater Frank, der als Schulmeister Generationen von Fellingshäusern das Lesen, Schreiben und Musizieren lehrte und sich als Heimatforscher profilierte, widme Reif seine Schirmherrschaft posthum.

Kurzweilig, zielführend und dem feierlichen Anlass angemessen waren auch die nachfolgenden Grußworte. Landrätin Anita Schneider würdigte vor allem das Festbuch als gelungene Darstellung der 750-jährigen Geschichte Fellingshausen. 750 Jahre Dorfgeschichte seien auch ein Auftrag an die junge Generation, durch ehrenamtliches Engagement ein lebendiges Gemeinwesen zu sichern. Abschließend warb Schneider für den Erhalt des dorftypischen Dialektes: Das Jubiläumsjahr "iess kaa Gedetz".
Bürgermeister Thomas Bender hat bei den Fellingshäuser "Füchsen" seit Samstag einen Stein im Brett. Denn seine Feststellung, ihr Dorf sei im Vergleich mit den anderen Ortsteilen der optisch reizvollste, löste Bravorufe und Begeisterungsstürme aus. Vor allem lobte er aber das große ehrenamtliche Engagement der Fellingshäuser.
Nachdem der evangelische Pfarrer Horst Rockel, stellvertretend für alle Kirchengemeinden und Glaubensgemeinschaften, in seinem Grußwort vor allem die sich gegenseitig befruchtende Beziehungen zwischen kirchlichem Leben und bürgerlicher Gemeinde betont hatte, überreichte Regierungspräsident Lars Witteck an Ortsvorsteher und Bürgermeister die Freiherr-vom- Stein-Plakette nebst Urkunde. In Zeiten klammer öffentlicher Kassen und bröckelnder Sozialstrukturen müssten die Menschen vor Ort sich fragen, was sie wollten und was sie bereit seien dafür zu investieren. Bei all dem sei Fellingshausen gut aufgestellt. Dieses Engagement werde auch durch die Plakette gewürdigt, so der Regierungspräsident.
Peter Wagner fasst 750 Jahre Geschichte in wenigen Minuten zusammen
Unterstützt durch eine Powerpoint-Präsentation von Marcel Hänsel hatte Peter Wagner die nicht einfache Aufgabe, als Chronist die 750-jährige Geschichte des Dünsbergdorfes angemessen darzustellen. Mit Siebenmeilen-Stiefel mache er sich auf den Weg, so der Mitautor des Festbuches und Mitglied des Arbeitskreises. Dann warb Gerhard Augst erfolgreich für ein "1200 Gramm schwere und 24 mal 22 Zentimeter großes Baby" - das 260 Seiten umfassende, rundum gelungene Festbuch "Fellingshausen - Ein Dorf im Wandel der Zeit". Er dankte seinen Mitstreitern und den Gastautoren für ihre Unterstützung.
Der traditionsreichste Fellingshäuser Verein, der Gesangverein 1891 "Concordia", erfreute seine Zuhörer unter Leitung von Lidia Peiß. Er wurde am Emde des offiziellen Programm unterstützt durch den befreundeten Chor aus der Biebertaler Partnergemeinde Eibenstock im Erzgebirge. Der Biebertaler Männerchor gestaltete unter Leitung von Berthold Bernhardt den musikalischen Rahmen mit. Elke Valentin las drei Sagen vom Dünsberg, die Dieter Prinz und Jutta Failing erarbeitet hatten. Ein besonderes Schmankerl hatte sich die Theatergruppe des TSV ausgedacht. Sie sorgte mit einer kurzen Szene "Nach der Singstund" für viel Erheiterung.







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