18.09.2012
Region GießenWildschwein bricht in Autohaus ein
Tier "saut" im Verkaufsraum rum
Wie jeden Morgen schloss Autohausinhaber Bernd Brixy gegen 7.30 Uhr die Türen seines Geschäftshauses in Steinbach auf. Als er den Verkaufsraum betrat, stellte er fest, dass eine Schaufensterscheibe im unteren Bereich „eingeschlagen“ worden war. Ein rund ein Meter großes Loch klaffte in der Scheibe. Scherben waren bis weit in den Verkaufsraum verteilt. „Ich habe sofort die Polizei verständigt“, sagte Brixy. „Wieder von Einbrechern heimgesucht“, war sein erster Gedanke, berichtete der KFZ-Meister. Brixy schaute sofort im Verkaufsraum nach, ob etwas gestohlen worden war - aber Fehlanzeige. Stattdessen bemerkte er an einer Trennwand Blutspuren. Ebenso an einer Tür sowie auf dem Fliesenboden. Eine verzierte Motorhaube lag umgekippt auf dem Boden. Zeitschriften und Kataloge, die auf einem kleinen Tischchen deponiert worden waren, lagen teilweise verstreut auf dem Boden der Verkaufshalle – das Tischchen war verschoben – Blutspuren waren auch hier zu erkennen. Ebenfalls waren Blutspuren an der Wand eines Verkaufsbüros zu sehen – „So, als hätte sich irgendetwas an der Wand entlanggedrückt“, erzählte Brixy.

Bernd Brixy vor der ... | Foto: Naumann
Die Polizeibeamten vor Ort schauten sich die „Einbruchsspuren“ genauer an und kamen schnell zu dem Ergebnis, dass es sich um einen Wildschaden handeln muss. Die Beamten entdeckten nämlich Wildschweinborsten an der zerbrochenen Scheibe.
Das Tier hat sich vermutlich im Schutze der Dunkelheit ins Industriegebiet verirrt. Mit großer Wucht, muss das Tier durch die Scheibe „geflitzt“ sein. Beim Durchbrechen des Schaufensters muss sich das Wildschwein auch verletzt haben. Es schaute sich im Verkaufsraum um, drückte sich an den Wänden entlang und verließ das Autohaus exakt wieder an der Stelle, wo es eingetreten war. Autos, die in dem Verkaufsraum ausgestellt waren, wurden nicht beschädigt. „Ich habe schon viel erlebt“, berichtete Bernd Brixy – „Einbrecher, die die Werkzeuge aus meiner Werkstatt mitnahmen, ein komplett geräumtes Lager - aber noch nie ein einbrechendes Wildschwein“, erzählte der Autohausbesitzer erstaunt.
Warum das Wildschwein in das Autohaus eindrang, ist nicht bekannt. Vermutlich hat es sein eigenes Spiegelbild in der Scheibe erkannt und wollte sein "Gegenüber" angreifen. Der Schaden, der durch den "tierischen Einbrecher" entstand, wird auf rund 500 beziffert.
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Dokument erstellt am 18.09.2012 um 12:06:00 Uhr
Letzte Änderung am 18.09.2012 um 12:46:05 Uhr