28.09.2012
Stephan Laux
Leserreporter Weilburg und LimburgO'zapft is !?
Oktoberfeste in der Region
Mein Lieblingsurlaubsziel ist der Chiemgau, da steh ich zu. Und auch dazu, dass es neben der Landschaft vor allem die Lebens- und Mundart wie auch die kulinarischen Gegebenheiten sind, die mich Jahr für Jahr Richtung Bayern ziehen lässt. Wäre die Landschaft nicht, käme ich auch in unseren Breitengraden voll auf meine Kosten. Gerade jetzt, wo mir von jedem Laternenmasten und jeder Lokalzeitung weiss-blaue Einladungen zu jedweder urbayrischen Oktoberfestaktivität in’s Auge springen. Gerne fallen die Veranstaltungen auf den Tag der deutschen Einheit. Z.B. das Oktoberfest des Blasorchesters und der Feuerwehr in Villmar, dessen Musik ich außergewöhnlich schätze. Auch hier werden in astreinen Bayrisch, die enstprechenden Köstlichkeiten angeboten: Hax´n, Weißwürscht´l und Leberkas´! Und: „Besucher in Dirndl und Lederhosen werden wie immer ganz besonders gerne gesehen“. Neben dem Blasorchester spielen auch die „Original Lahntal-Oberkrainer“. Sind das Nachkommen ehemaliger Migranten aus dem heutigen Nordslowenien, die in Arfurt Asyl gefunden haben? Und müsste es nicht eigentlich heißen: O’ g’zapft is? Es heißt ja auch oans, zwoa, g’suffa! Und was sagt eigentlich Gerhard Polt dazu?
Die Fragen in meinem Kopf wollen kein Ende nehmen.
Sollte sich der Freistaat in dessen Parlament Politiker offen über eine Abspaltung Bayerns von der Bundesrepublik reden, Begriffe wie Oktoberfest, Hax´n, Weißwürscht´l und Leberkas nicht schützen lassen und für die außerbayrische Verwendung Gebühren verlangen?
Gibt es in Hessen keine tradionellen Volksfeste, keine typisch hessischen, cholesterinstrotzende Gerichte und keine Hessische Tracht?
Gibt es nicht auch in Hessen, Menschen die Angst vor Identitätsverlust und Überfremdung haben? Die Kopftuchverbote fordern? Und warum fordern die nicht auch ein Dirndl oder Lederhosenverbot außerhalb Bayerns? Feiern wir den Tag der deutschen Einheit, weil dann Bundesweit bayrische Traditionen imitiert werden?
Wahrscheinlich sind mal wieder die Industrie und der Markt dran schuld! Weil’s die Leute gerne anziehen, das Dirndl! Und wegen der Arbeitsplätze. Wer hat schon gerne die Existenzgrundlage tausender, asiatischer Dirndlnäherinnen auf dem Gewissen? Und weil’s die Leute gerne essen (nein, zutzeln), die Weißwürscht´l ! Die origanal bayrischen Weißwürscht´l der Metzgerei Weimer aus Villmar schmecken ja auch fantastisch! Für mich persönlich stellt sich aber nicht nur die Frage was ich wie zutzle sondern auch wo. Und mir schmeckt die Weißwurst am besten in einem lauschigen Biergarten im Spätsommer in München und die Haxe am besten mit Alpenpanorama.
Dokumenten Information
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Dokument erstellt am 28.09.2012 um 18:25:00 Uhr
Letzte Änderung am 01.10.2012 um 14:01:33 Uhr
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