83 Prozent sind gegen das Klo

ABSTIMMUNG Pissoir soll verschwinden
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Überrascht ist Andreas Tiefensee (CDU) von diesem deutlichen Resultat nicht. "Es passt zur momentanen Stimmung in der Stadt", sagt der Weilburger Ortsvorsteher. Und nun? Das Häuschen einfach wieder abreißen, um Volkes Stimmung Geltung zu verschaffen? "Ich denke nicht, dass spontane Aktionen im Moment etwas bringen. Wir sollten erst einmal die Entscheidung der Denkmalschutzbehörde abwarten", mahnt Tiefensee zur Geduld.

Denkmalschutz hat Stadt befragt

Mit dem kastenförmigen Bau ist im Moment die Denkmalschutzbehörde des Landkreises beschäftigt. Denn für die Altstadt besteht Denkmalschutz. Wird hier gebaut, wie jetzt das Örtchen, hat die Behörde ein Wörtchen mitzureden. Und weil sie vor dem Bau nicht eingebunden waren, sind die Denkmalpfleger nun nachträglich aktiv. "Die Stadtverwaltung Weilburg wurde von uns wegen des Sachverhaltes angehört. Danach werden wir eine Bewertung vornehmen und unsere Entscheidung der Stadtverwaltung mitteilen", teilt Bernd Kexel, Pressesprecher der Kreisverwaltung in Limburg, auf Anfrage mit.

Schick: "Halte von solchen Umfragen nichts"

Wie diese Entscheidung aussehen muss, das ist für die Teilnehmer unserer Umfrage schon jetzt klar: Insgesamt haben sich an zwei Tagen 964 Menschen per Telefon oder Internet an der Abstimmung über das Pissoir beteiligt. 798 wollen, dass der Bau verschwindet. 166 wollen, dass er stehen bleibt.

Hat dieses Stimmungsbild eine Auswirkung auf das Handeln der Stadt? "Von solchen Umfragen halte ich gar nichts", sagt Bürgermeister Hans Peter Schick (parteilos) frei heraus und kritisiert das Tageblatt, das im Rahmen der Abstimmung "viele Negativmeldungen platziert" habe.

Der Bürgermeister kündigt an, für die Toilettenanlage eine "qualifizierte Lösung" zu erarbeiten, "die alle zufrieden stellt". Dafür würden "qualifizierte Aussagen" berücksichtigt.


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