
In Haintchen werden im Moment nur noch die Schüler der vierten Klasse unterrichtet. Weil es zu wenige von ihnen für eigene Klassen gibt, lernen Erst-, Zweit- und Drittklässler in Niederselters. Die Haintchener Grundschule bildet mit der dortigen Mittelpunktschule Goldener Grund einen Schulverbund.
Im Sommer verlassen die jetzigen Viertklässler das Schulgebäude in Haintchen und gehen auf weiterführende Schulen. Das Schulhaus ist verwaist, wenn kein "Nachschub" in Form von Erstklässlern kommt. Und da sieht es derzeit mau aus.
Wie der Kreisausschuss in der Antwort auf eine Frage der FWG-Kreistagsfraktion berichtet, werden wohl nur neun Kinder aus Haintchen zum neuen Schuljahr eingeschult. Zu wenige für eine Klasse, dann dafür braucht man nach Worten von Schulleiter Heiko Last (Mittelpunktschule) 13 Kinder.
"Wenn es so kommt, werden die Haintchener in Niederselters eingeschult"
Möglich wäre bestenfalls, die in diesem Jahr bereits in Niederselters eingeschulten sechs Kinder, die zu Beginn des kommenden Schuljahres in der zweiten Klasse sind, zurückzuholen und aus Erst- und Zweitklässlern eine gemeinsame Klasse in Haintchen zu bilden. Mit 15 Schülern wäre die groß genug.
Doch das kommt offenbar nicht in Frage. Die in Niederselters eingeschulten Kinder wieder nach Haintchen zurückzubringen, werde nicht als pädagogisch richtig angesehen, berichtet der Kreisausschuss aus einem Gespräch mit der Schulleitung. Außerdem sänke dadurch die Schülerzahl in Niederselters, sodass aus drei Klassen zwei sehr große Klassen würden, heißt es.
Erst nach den Eingangsuntersuchungen wird genau feststehen, wie viele Haintchener ABC-Schützen es zum neuen Schuljahr gibt. Es sehe derzeit nicht danach aus, dass die Zahl für eine eigene Klasse erreicht werde, sagt Schulleiter Last. "Wenn es so kommt, werden die Haintchener Kinder in Niederselters eingeschult." In Haintchen gäbe es dann keine Schüler mehr. "Der Standort wäre nicht geschlossen, nur nicht genutzt. Wenn es in Zukunft wieder mehr Schüler gibt, könnte er wieder geöffnet werden", erklärt Last.
Was hat der Landkreis mit all dem zu tun? - Er ist Schulträger, unterhält also die Schulen. Und hat im aktuellen Schulentwicklungsplan, der bis 2014 gilt, Haintchen als Grundschulstandort explizit aufgeführt. Zuletzt im September hat der Kreistag beschlossen, dass in Haintchen wieder Klassen gebildet werden - wenn es die Schülerzahlen zulassen. "Es obliegt nun der Schulleitung, eine Entscheidung zu treffen", schreibt der Kreisausschuss in seiner Antwort an die FWG. "Alle Argumente wurden mehrfach ausgetauscht." Und weiter, aus einem Gespräch zwischen Landrat Manfred Michel (CDU) und Schulleiter Heiko Last: "Erneut wird dargestellt, dass der Kreis notfalls das Klageverfahren betreibt, sofern die Entscheidung der Schulleitung dem Willen des Kreistages nicht entspricht."







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