
"In der Diskussion wird so getan, als ginge es um einen gewerblichen Betrieb. Dabei handelt es sich um einen bäuerlichen Familienbetrieb, für den die Silos eine notwendige Betreiberweiterung sind", sagt Müller, der auch dem Kreisbauernverband vorsitzt.
Im Gegensatz zu früher, wo jeder Landwirt sein Getreide mit einem lauten, Staub aufwirbelnden Gebläse ins Lager geblasen habe, werde es in den geplanten Silos leise und staubfrei transportiert. Die Körner werden über ein Förderband oder eine Art Aufzug transportiert. "Woher die Schule ihre Informationen nimmt, dass Staub und Lärm entstünden, die für Allergien und Lärm sorgten, weiß ich nicht." Das seien zweifelhafte Argumente. In Frankfurt stehe eine solche Anlage mitten in einem teuren Wohngebiet. Beschwert habe sich da noch nie jemand.
Viehhaltung war lauter
Zudem betreffe die Getreideernte nur einen kurzen Zeitraum im Jahr und das nicht zu Schulzeiten. Getreide werde vom 15. Juli bis Ende August geerntet. Kein Landwirt beginne damit vor 11 Uhr. Die ersten Wagen seien nicht vor 13/14 Uhr beladen. Transportiert werde nachmittags, also nicht zu Schulzeiten. Zudem seien in dieser Zeit meist Ferien.
Die Menge, die von Harpain transportiert werde, sei außerdem überschaubar. "Wir sprechen hier von 500 bis 700 Tonnen Getreide. Das sind maximal 20 bis 22 Lkw, die von der Ernte bis April zum Grundstück Harpain fahren." Bei anderen Betrieben, ebenfalls im Ortskern, werde das Hundertfache transportiert.
Armin Müller hat kein Verständnis für die Diskussion um Harpains Bauvorhaben: "Wenn auf dem Land im Ort kein Platz für die Erweiterung eines landwirtschaftlichen Betriebs ist, frage ich mich wo", sagt Müller. Die Viehhaltung, die Harpain früher betrieben habe, sei sicher lauter und geruchsintensiver gewesen, als Getreidelagerung.
Den Landwirt zum Ausweichen zu bewegen, hält er nicht für praktikabel. "Wenn Halle und Silos außerhalb der Gemeinde gebaut werden, kostet das nicht nur zusätzlich, weil das Gelände erst gekauft werden muss, es zerstückelt einen Betrieb auch."
Viele Betriebsabläufe müssten doppelt gemacht werden, Dinge doppelt vorgehalten werden. "Ich brauche zum Beispiel im Kernbetrieb eine Werkstatt, aber auch außerhalb bei Halle und Silos", sagt Müller.
Das alles seien sachlich, fachliche Argumente, an denen die Verantwortlichen nicht einfach vorbei könnten.
Ein Landwirt brauche Planungssicherheit und zwar über Generationen und kein Grundstück in Erbbaurecht über 25 Jahre. "Ich kenne vergleichbare Fälle, da haben Gemeinden dem Betroffenen ein kostenloses Ausweichgrundstück zur Verfügung gestellt."







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