
"Rechtsextremismus ist weit verbreitet. In dieser Woche der Begegnung wollen wir ein Zeichen setzen und solchen Tendenzen entgegenwirken", sagte Richard unter Hinweis auf das eingangs zitierte Motto. Dieses sei zugleich eine Mahnung an die Politik, Einwanderung nicht nur unter Nützlichkeitsgesichtspunkten zu beurteilen. "Es geht nicht allein darum, dass zu uns kommende Menschen zum wirtschaftlichen Erfolg beitragen, sondern um die Frage: Wie ist es möglich diese Menschen zu integrieren und ihnen eine neue Heimat zu geben", sagte der Bürgermeister unter Hinweis auf die 3000-jährige Kultur und Geschichte, die von den Gastgebern aus Afghanistan und dem Iran während der Interkulturellen Woche in einer eindrucksvollen Ausstellung dokumentiert wird.
"Herzlich willkommen – Wer immer Du bist", sagte die Stadt Limburg auch am kommenden Wochenende als Gastgeber des großen Treffens mit Menschen aus ihren Partnerstädten Sainte-Foy-les-Lyon und Lichfield sowie einer Gruppe aus Kroatien, die für ein vereintes Europa eintreten.
"Wir sind stolz darauf, dass so viele Menschen unterschiedlicher Nationen und Kulturen hier friedlich zusammenleben. Ich bin stolz darauf, Iranerin zu sein, aber froh, in Deutschland leben zu dürfen. Das ist meine zweite Heimat geworden", sagte Sahar Torabi.
Im Iran herrsche Unterdrückung und Ungerechtigkeit, in Afghanistan Gewalt, Vergewaltigung und Krieg. Flüchtlinge aus Afghanistan würden aus dem Iran verjagt, Kinder missachtet und gehänselt. "Ich schäme mich für das Schicksal, das Familien erleben müssen", sagte Torabi.
Die Iranerin hat sich zur Aufgabe gemacht, denen, die in den Raum Limburg gekommen sind, unter dem Dach des Caritasverbandes beizustehen; sei es beim Einkaufen, allein erziehenden Müttern mit ihren Kindern und beim Erlernen der deutschen Sprache.
Sie dankte Caritas-Geschäftsführer Michael Schwarzer und dem Migrationsberater Sebastian Schneider für ihre Unterstützung und sagte: "Ich habe mich in diesen Verband verliebt, weil ich gesehen habe, wie die Leute ohne Ansehen und Hautfarbe behandelt werden." Schneider sei zugleich der Organisator der Interkulturellen Woche und mit Leib und Seele dabei.
Michael Schwarzer dankte der Stadt für ihre Beteiligung und Sahar Torabi, die seit über 20 Jahren Hilfestellung leiste. "Sie reißt sich die Beine aus für ihre Landsleute", lobte Schwarzer seine ehrenamtliche Mitarbeiterin, die sogleich von allen Besuchern einen dicken Applaus erhielt.
Ungerechtigkeit und Gewalt
Eine afghanische Schülerin berichtete über ihre Erfahrungen in Limburg, wo sie mit ihrer Familie seit einem Jahr eine Wohung gefunden hat: "Wo wir herkommen, da haben Kinder keine gute Zukunft und Frauen keine Rechte", trug die 17-Jährige unter Tränen vor und fügte hinzu: "Wir sind sehr glücklich und gehen sehr gerne in die Schule. Wir sind sehr dankbar für die Freiheit und dafür, selbst entscheiden zu können und sagen Danke für diese Möglichkeit. Wenn wir in Limburg ein Problem haben, kennen wir nur einen Weg. So wie Sahar Torabi gibt es nicht viele Menschen in dieser Welt."







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