Kinderpornografie auf dem PC

GERICHTSPROZESS 60-Jähriger muss Geldstrafe zahlen / "Es war reine Neugierde"

Der Mann gestand, die von Ermittlern auf seinem Rechner festgestellten 74 kinder- und zehn jugendpornografische Aufnahmen abgespeichert zu haben. Das kostet ihn jetzt eine Geldstrafe von 120 Tagessätzen zu je 70 Euro, die der Angeklagte sogleich akzeptierte. Das Urteil ist rechtskräftig.

Der 60-Jährige aus Limburg, der jetzt in Diez wohnt, will beim Aufrufen von FKK-Seiten auf die verbotenen Abbildungen gestoßen sein. Er sei ein FKK-Anhänger, sagte der Angeklagte im Gerichtssaal. Doch anstatt die kinder- und jugendpornografischen Seiten zu meiden, hatte der bisher strafrechtlich noch nicht in Erscheinung getretene Mann die Bilder abgespeichert. Bei einer Hausdurchsuchung hatte die Polizei im September vorigen Jahres seinen Computer beschlagnahmt. Zuvor war er bereits an seiner Arbeitsstelle diesbezüglich aufgefallen.

"Warum haben sie das gemacht?", wollte die Staatsanwältin von dem Angeklagten wissen. "Es war reine Neugierde", antwortete der Mann, der sogleich auf seine beiden Töchter hinwies und sagte: "Ich bin kein Pädophiler."

n Staatsanwältin: Er hat überlegt gehandelt, in dem er die Bilder katalogisiert hat

Auf die Nachfrage, warum er die Bilder mit unterschiedlichen Dateinamen abgespeichert habe, blieb der Angeklagte eine Antwort schuldig.

"Das ist kein Bagatelldelikt, weil sie mit ihrem Interesse den aktiven Missbrauch unterstützen", redete ihm die Staatsanwältin ins Gewissen. Er sei keiner Kurzschlussreaktion unterlegen, sondern habe ganz überlegt gehandelt, in dem er verschiedene Verzeichnisse angelegt und die Bilder katalogisiert habe. Die Staatsanwältin beantragte eine Haftstrafe von sechs Monaten zur Bewährung und eine Geldauflage von 2000 Euro.

Der Verteidiger wies darauf hin, dass sein Mandant von Anfang an geständig gewesen sei. Nachdem er über Jahrzehnte bei dem gleichen Arbeitgeber beschäftigt gewesen sei, habe er über diese strafbare Handlung seine Arbeitsstelle verloren. "Was ich getan habe, das tut mir unendlich Leid, das habe ich nicht vorausgesehen", bereute der Angeklagte seine Tat und stimmte der Einziehung seines Computers zu.

Der Richter sagte, "dass jemand aus Neugierde diese Bilder besitzt und sie dann zum Wiederanschauen in Ordner auflistet und katalogisiert, das ist schwer verständlich". Das sei schon eine andere Kategorie als das bloße Anschauen und keine Lappalie. Das müsse aus der Strafhöhe hervorgehen.


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