
Wer alle Ortsteile einmal mit dem Drahtesel abfahren will, muss rund 20 Kilometern in die Pedale treten. Reiner Kuhl, selbst begeisterter Radfahrer, hat zusammen mit einer kleinen Gruppe von Interessierten die Strecke abgefahren. Von Rückershausen geht es über einen geschotterten Wiesenweg nach Reichenborn bis zum Friedhof und dann durch den Wald Richtung Barig-Selbenhausen. Am Grillplatz bietet sich ein erstes Päuschen an, bevor es auf der Landstraße weiter nach Merenberg geht. Am Fischweiher vorbei wird nun Allendorf angepeilt. Dort führt die Strecke an der Kläranlage vorbei rund um den Wolfersberg und dann unter der B49 hindurch. Den jüdischen Friedhof passierend kommen die Radler dann ins Gewerbegebiet und weiter Richtung Lahr zum Erlenhof und zurück an den Ausgangspunkt Rückershausen.
Abkürzen ist möglich
Wobei: Eine feste Route gibt es nicht. Immer wieder sind Abkürzungen oder Umwege möglich. So kann man etwa von Reichenborn kommend Barig-Selbenhausen links liegen lassen, wenn man durch den Ereigniswald Richtung Merenberg radelt. Denn die Strecke von Barig-Selbenhausen nach Merenberg hat es in sich. "Das ist ein ziemlicher Höhenunterschied", erklärt Hauptamtsleiterin Johanna Jung, die ebenfalls bei der Radtour dabei war. Aber: Die Wege seien so gewählt, dass immer wieder mögliche Rastplätze wie am Grillplatz oder am Fischweiher angesteuert werden können.
Als Radweg sollen vor allem bereits bestehende Wald- und Feldwege genutzt werden. "Die Wege sind gut und wir müssen fast nichts ändern", sagt Bürgermeister Kuhl. Aber Schilder sollen den Radfahrern künftig den Weg weisen. Dabei hofft Kuhl auf eine Zusammenarbeit mit Gemeinden und Kreis. Denn er weiß: Wenn für 50 000 Euro Schilder bestellt werden, sei eine Förderung in Höhe von 60 Prozent möglich. Außerdem soll die Radroute dann auch in die Radwanderwegekarte des Landkreises aufgenommen werden. Wann die Schilder stehen und die neue Karte erhältlich ist, steht laut Kuhl noch nicht fest.
Den Stein ins Rollen gebracht hatte die SPD-Fraktion im vergangenen Jahr mit einem Antrag in der Gemeindevertretung. "Rund um Merenberg gibt es verschiedene Radwege. Wir wollten, dass unsere Gemeinde daran angeschlossen wird", erklärt Fraktionschef Oliver Jung. Der Parlamentsvorsitzende erhofft sich dadurch, dass die Attraktivität des Marktfleckens gesteigert wird und mehr Touristen in den Ort gelockt werden.







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