
Es war am 16. November vorigen Jahres. Nichts Böses ahnend saßen einige Jugendliche bei ihrem Freund zu Hause und spielten an der Spielkonsole, als gegen 22 Uhr durch die offenstehende Terrassentür zwei junge Männer hereinkamen. Sie hatten sich mit ihren Kapuzenshirts über den Kopf vermummt. Der erste von ihnen, mit einem Schal vorm Gesicht, hielt ein Messer mit einer 20 Zentimeter langen Klinge in Richtung der Überfallenen und kommandierte: "Einpacken!"
Sein 21-jähriger Begleiter soll "Jetzt ist Schluss mit Spielen" gesagt haben. Ein 19-jähriger Zeuge sagte: "Der mit dem Messer hat die Playstation abgestöpselt, der andere die Spiele in eine Tasche und einen Rucksack verstaut."
Arbeitslose haben Geld gebraucht
Der 21-Jährige hatte die recht teuren Spiele später weiterverkauft. Beide Angeklagte sind arbeitslos und wollten auf diese Weise zu Geld kommen. Der Dritte im Bunde war von den beiden anderen angerufen worden und sagte vor Gericht: "Ich fand das nicht gut, habe mich dann unter Druck gesetzt gefühlt und mitgespielt. Ich sagte, sie sollten was zum Drohen mitnehmen." An ein Messer habe er aber nicht gedacht.
Er kannte die Opfer des Überfalls und war gelegentlich bei Spielen in der Wohnung dabei gewesen. Er war vor den beiden anderen hineingegangen und sollte die Tür aufmachen, die aber bereits offen stand. Per SMS teilte er den anderen mit: "Ich bin drin."
Nach Erwachsenenstrafrecht drohten den beiden Haupttätern aus Runkeler Stadtteilen Freiheitsstrafen von mindestens fünf Jahren.
Bei dem Älteren wandte das Gericht Erwachsenenstrafrecht an, erkannten aber auf einen minderschweren Fall.
Dafür ausschlaggebend waren nach Angaben des Vorsitzenden Richters Ernst Haberstock die geringe Beute, das Geldproblem des Angeklagten, seine Arbeitslosigkeit und die geständige Einlassung.
Bei dem 21-Jährigen wandte das Gericht bei der Haftstrafe von zweieinhalb Jahren das abgemilderte Jugendstrafrecht an, weil der damals 20-Jährige noch nicht die Reife eines Erwachsenen erreicht hatte.
Der Mitläufer, ein Auszubildender aus einem Limburger Stadtteil, kam mit einer Verwarnung mit Auflagen davon.







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