RSV Weyer weiht Kunstrasen ein

SPORT Orts- und Nachbarvereine feiern mit / Gesamtkosten betragen 455 000 Euro

Die Abteilungen des RSV Weyer tanzen auf dem neuen Kunstrasenplatz am Weilersberg. (Foto: Schindler)

Oliver Martin ließ als ehemaliger Vorsitzender die Vereinsgeschichte Revue passieren. Bereits 1985 war der Wunsch nach einem Rasenplatz für die Fußballspieler groß. "Wir haben auf einem kleinen Hartplatz gespielt und ihm den Spitznahmen ,Betonpiste’ gegeben", sagte Martin. In den 80er Jahren stellten die Vereinsmitglieder daher einen Fördermittelantrag, um einen Naturrasenplatz zu bauen. Umgesetzt wurde der Platz 15 Jahre später mit Unterstützung des Altbürgermeisters Hermann Hepp.

2008 und 2009 erweiterten die Sportler ihr Vereinsheim und sanierten das Flachdach, erneuerten die defekte Heiztechnik und erweiterten die Umkleide- und Sanitärräume. Als nächstes Projekt stand für die Sportler ein Kunstrasenplatz an. Der alte Hartplatz wurde immer schlechter, sagte Martin. Durch die defekte Drainage und das große Oberflächengefälle wurde die Deckschicht des Platzes mit jedem Regen ein Stück mehr abgetragen. Besonders stark gemacht hat sich für das Projekt Otto Walter Eißmann, der 19 Jahre lang Vereinsvorsitzender war.

Das Vorhaben scheiterte zunächst, da sich bei den Gemeindevertretern keine Mehrheit fand. Erst im Februar 2013 stimmte eine knappe Mehrheit für den Kunstrasenplatz. Die Gemeinde trug von 455 000 Euro Gesamtkosten 195 000 Euro und stellte die Bedingung, dass der RSV neben dem Kunstrasen auch einen Bolzplatz errichtet, der von allen Bürgern jederzeit genutzt werden kann. Das Land unterstützte das Vorhaben mit 75 000 Euro. Auch vom Kreis gab es Fördermittel.

Um die Kosten zu reduzieren, übernahmen die Vereinsmitglieder Arbeiten in Eigenleistung. Sie kümmerten sich um Abbrucharbeiten, Lkw-Materialtransporte und verlegten 480 Quadratmeter Verbundsteine. Außerdem sanierten sie die Flutlichtanlage, bauten eine neue Sprunganlage für die Leichtathletikabteilung und erneuerten die Außenanlage des Sportlerheims. Martin bezifferte den Anteil der Eigenleistung auf 63 000 Euro. Die Außenanlage des Kunstrasenplatzes mit Treppen, Pflasterflächen und Natursteinfeldern wurde ebenfalls in Eigenleistung hergerichtet. Insgesamt wurden 250 Tonnen Natursteinen verarbeitet.

Um Kosten zu reduzieren, übernehmen die Mitglieder Arbeiten in Eigenleistung

Nachdem der Platz 2013 in Betrieb genommen wurde, arbeiteten die Vereinsmitglieder an dem Bolzplatz, der 30 000 Euro kostete. Davon trug das Land Hessen 2000 Euro und die Gemeinde Villmar 5000 Euro. Auch die "Aktion Mensch" förderte das Projekt, da zum RSV die inklusive Fußballgruppe "Herbstlaub" gehört.

Landrat Manfred Michel (CDU) lobte die "grandiose Leistung" der Weyerer und betonte, dass der Landkreis um seine Sportanlagen beneidet werde. "Wir machen das, weil Sport eine wesentliche Grundlage für die Jugend ist. Es geht darum, Vorbilder zu haben, das Miteinander zu lernen und Disziplin zu zeigen."


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