
Werners Entwurf der jungen Eichen-Pflanzerin überzeugte auf Anhieb und wurde einstimmig ausgewählt. Nach eigenem Bekunden wollte er damit die Millionen Trümmerfrauen, aber auch die zahlreichen in der Wiederaufforstung tätigen Waldarbeiterinnen ehren. Durch die Wahl des schlicht gehaltenen Bildes nach dem Modell seiner damals schwangeren Frau wurde all diesen Frauen symbolisch das bis heute, zumindest zahlenmäßig, wohl größte Denkmal gesetzt.
Martin Werner starb kurz nachdem die ersten Münzen mit dem Abbild seiner Frau geprägt wurden. Lange Zeit war nicht bekannt, wer die "50-Pfennig-Frau" war, sie wurde gemeinhin für eine idealtypische Darstellung gehalten. Ende der 80er Jahre recherchierte ein Journalist zum Thema, und sie wurde daraufhin 1987 von Frank Elstner in der ZDF-Sendung "Menschen" interviewt.
Interview mit Frank Elstner
Erst dadurch wurde der Zusammenhang bundesweit bekannt. Anschließend trat Frau Werner in weiteren Fernsehsendungen auf und wurde insbesondere zur Euro-Einführung beziehungsweise zum "Abschied von der D-Mark" häufig interviewt. Über ihren späten Bekanntheitsgrad äußerte sie sich dabei bescheiden erfreut und dankbar.
Bis zur Euro-Einführung am 1. Januar 2002 waren die 50-Pfennig-Münzen offizielles Zahlungsmittel in der Bundesrepublik Deutschland. Insgesamt wurden weit über zwei Milliarden Stück geprägt. Die 50-Pfennig-Münze galt als die im Volk optisch beliebteste unter allen im Umlauf befindlichen DM-Münzen. Es ist gleichfalls auch die einzige Kursmünze der Bundesrepublik, auf der jemals eine Frau abgebildet war.







Kommentare (1)




















