"Bewegung ist Leben"

KNEIPP-VEREIN Mark Sundermeier referiert und gibt Tipps

Kinaesthetic-Trainer Mark Sundermeier stellte verschiedene Hilfsmittel in Bezug auf den Umgang mit zu pflegenden Angehörigen vor, darunter auch einen Gürtel mit Halteschlaufen als Aufstehhilfe. (Foto: H. Peter)

Kneipp-Verein-Vorstandsmitglied Ulf Burk stellte heraus, dass es überaus wichtig sei gerade im Hinblick auf das Älterwerden und speziell im Umgang mit zu pflegenden Angehörigen, Methoden zu kennen, wie diese mobilisiert und unterstützt werden könnten. Als Referent war der Wetzlarer Kinaesthetic-Trainer Mark Sundermeier vor Ort.

Sundermeier erklärte, dass Kinaesthetic darauf abziele, Bewegungen wahrzunehmen und den Wert zu schätzen. An praktischen Beispielen zeigte der Trainer, Krankenpfleger und Fachberater wie zum Beispiel das Aufstehen bei Personen unterstützt werden kann, die nicht mehr über eine gewisse Mobilität verfügen.

"Gelenke ermöglichen Bewegung", erläuterte Sundermeier und zeigte an praktischen Handgriffen, dass keinesfalls diese Gelenke durch unsachgemäßes Zupacken (unter der Achsel oder am Hals) blockiert werden dürften. Das Blockieren bewirke genau das Gegenteil und schränke die Beweglichkeit der Gelenke ein.

Der Therapeut regte an, auf eigene Bewegungsabläufe zu achten und diese auf die zu pflegenden Personen zu übertragen. Es gelte, mit den Kranken zu kommunizieren, wobei der Tonfall und der Augenkontakt äußerst wichtig seien.

Es sei auch unlogisch, jemanden von der Seite her zu füttern. "Wie soll das funktionieren?" Je nach Fall müsse überlegt werden, wie der zu Pflegende seine Nahrung eventuell noch selbst zu sich nehmen könne. Dabei könne das aus Kindertagen bekannte Verbot: "Ellbogen vom Tisch" auch umfunktioniert werden in "Ellbogen auf den Tisch". Alleine schon dadurch erfolge eine Gewichtsverlagerung, die die Nahrungsaufnahme erleichtern könne.

Die Angst vor dem Umfallen

Es sei stets wichtig zu beobachten und zu erkennen, wo Ressourcen stecken und wie diese gefordert und gefördert werden können. Es gelte Selbstständigkeit zu erhalten. "Bewegung ist Leben und Autonomie."

Anhand von ganz speziellen Hilfsmittel (wie zum Beispiel eines Beingurtes oder eines Gürtels mit Halteschlaufen) stellte der Therapeut vor, wie bewegungseingeschränkte Personen aufstehen und diesen die eventuell vorhandene Angst vor einem Umfallen genommen werden könne. Auch eine neuartige Teflonfasermatte stellte der Berater vor, auf der Kranke im Bett problemlos verlagert werden können.

Weiter könne ein Verlagerungsbrett ein Hilfsmittel beim Stuhlwechsel sein ebenso wie eine Drehscheibe, mit der eine Positionsänderung auf einer Sitzgelegenheit vorgenommen werden könne. Bei all diesen Problemen könnten Beratungen durch Pflegedienste in Anspruch genommen werden, damit Hilfsmittel zur Verfügung stehen. (hlp)


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