Broschüren werben für heimisches Obst

VERSAMMLUNG Bad Endbacher Gartenbauverein investiert in Geräte und freut sich über gute Ernte

Werben für die alten heimischen Obstsorten und den eigenen Anbau vor der Haustür (von links): Bad Endbachs Vereinsvorsitzender Dieter Schepp, der neue Fachwart und stellvertretende Vorsitzende Rainer Herrmann sowie der Kreisvorsitzende Ewald Achenbach. (Foto: Piplies)

Auch der Obst- und Gartenbauverein in Bad Endbach hatte seine Probleme. Denn nicht nur der Häcksler ging bei einem Einsatz kaputt. Auch die Saftpresse musste für über 200 Euro repariert werden. Zudem schafften die Gartenfreunde für 660 Euro einen neuen Häcksler an. Und auch das alte Gerät wurde nach mehrfachen Versuchen wieder zum Laufen gebracht.

Wachstumsgesetze beim Kernobst

Problembehaftet verlief auch die Bratpartie an der Schutzhütte. Ohne Kuchenspenden hätte die Veranstaltung ein dickes Minus in die Vereinskasse gebracht. Daher planen die Gartenfreunde für dieses Jahr eine Bratpartie im und am Bürgerhaus - gemeinsam mit der örtlichen VdK-Gruppe am 10. September. Dieser Veranstaltungsort liege im Gegensatz zur Schutzhütte zentral und sei für ältere Vereinsmitglieder besser zu erreichen, erläuterte Schepp.

Auch an der Aktion "Sauberhafte Landschaft" am 16. April wollen sich die Bad Endbacher Gartenfreunde beteiligen. Aktuell hat der Verein nach drei Neueintritten im vergangenen Jahr 90 Mitglieder.

Einer von ihnen, der stellvertretende Vorsitzende Rainer Herrmann, hatte 2015 erfolgreich seine Ausbildung zum Fachwart absolviert und gab den Anwesenden eine Kurzfassung über die Wachstumsgesetze beim Kernobst. An einem Apfelbaum, einem typischen heimischen Vertreter von Kernobst, machte Herrmann die notwendige Erziehung deutlich.

Damit der Hochstamm eine gute Struktur bekomme, müssten nach dem Pflanzen ein Mitteltrieb und drei bis vier Leitäste herausgebildet werden. Dabei werde der Mitteltrieb oder die sogenannte Stammverlängerung 20 bis 30 Zentimeter länger belassen als die Leitäste. Um den Baum zum Verzweigen anzuregen, werden die Spitzen um 20 bis 50 Prozent eingekürzt. Dadurch bildet sich auch ein Astkranz.

Das generelle Wachstum hängt allerdings von der gewählten Stammunterlage ab. Eine Sämlingsunterlage sorgt für einen Hochstamm, der bis zu zehn Meter in die Höhe wächst. Seine Äste beginnen erst in zwei Meter Höhe. Dafür dauert es bis zur ersten Apfelernte zehn Jahre, während bei einer Buschform die erste Ernte bereits nach zwei bis drei Jahren erfolgen kann.

Zum Ende der Versammlung wies der Kreisvorsitzende Ewald Achenbach auf die beiden neuen Broschüren hin. Der Kreisverband Biedenkopf zur Förderung des Obstbaues, der Garten- und Landschaftspflege hat eine Broschüre zu den Apfelsorten im Altkreis Biedenkopf zusammengestellt und zum Selbstkostenpreis von drei Euro herausgegeben. Außerdem gibt es im Internet unter www.kv-biedenkopf-ogl.de einem kostenlosen Download. Neben einer Übersicht der Apfelsorten enthält die Broschüre überdies noch Befruchtertabellen, die wertvolle Informationen zur Zucht geben.

Außerdem haben die Obstfreunde eine Broschüre zu den Birnensorten im Hinterland erstellt. Allerdings bedauerte der Kreisvorsitzende, dass das alte Wissen nach und nach verloren gehe und auch nicht mehr besonders geschätzt werde.

Heutzutage würden die meisten Menschen das heruntergefallene Obst auf einer Wiese oder im eigenen Garten einfach liegen und verfaulen lassen und stattdessen lieber gespritzte Äpfel im Supermarkt kaufen. (pp)


Die ganze Zeitung auf Smartphone oder Tablet: Testen Sie jetzt gratis unsere E-Paper-App.
Link zum Thema
Copyright © mittelhessen.de 2016
Kommentare (0)
Mehr aus Weitere Berichte Region Hinterland und Marburg