Endbach bleibt Kneipp-Heilbad

AUSZEICHNUNG Bürgermeister Schäfer sieht Titel als Wirtschaftsförderung

Bad Endbach darf sich weiterhin "Kneipp-Heilbad" nennen: Vertreter der politischen Fraktionen, des Gemeindevorstands, des Gewerbe- und Kneippvereins freuten sich am Dienstag mit Bürgermeister Markus Schäfer (links neben der Büste von Kneipp) über die Urkunde, die Horst Wenzel vom RP Kassel überreichte. (Foto: Piplies)

In einer Feierstunde mit Vertretern aus den politischen Fraktionen, dem Gemeindevorstand, Gewerbeverein und Kneippverein erläuterte Wenzel den nicht einfachen Prüfungsprozess zur Bestätigung des Prädikats "Kneipp-Heilbad". Schäfer verwies zudem auf die Bedeutung für Bürger und Gewerbetreibende.

"Wir haben die Überprüfung des Prädikats nicht für uns im Rathaus und auch nicht zuerst für die Bürger der Großgemeinde gemacht", erläuterte der Bürgermeister. In erster Linie sei der Titel "Kneipp-Heilbad" eine Wirtschaftsförderung und zwar vor allem für das Gastgewerbe. Die damit verbundene Infrastruktur - wie die Therme, die Kuranlagen und die Wanderwege - komme selbstredend dann wiederum allen Bürgern zugute.

Und über den sogenannten "Bäderpfennig" erhalte Bad Endbach noch einen finanziellen Zuschuss vom Land, sagte Schäfer. Dieser richtete sich bisher unter anderem nach der Anzahl der kurtaxpflichtigen Übernachtungen und betrug für alle 30 Kurorte in Hessen 11,5 Millionen Euro.

Finanzminister Thomas Schäfer (CDU) und Wirtschaftsminister Tarek Al-Wazir (Grüne) haben die Förderung inzwischen überarbeitet und auf 13 Millionen für alle Kurorte in Hessen angehoben.

Nach den neuen Kriterien würden die Zuschüsse im Jahr 2016 für Bad Endbach nach ersten Schätzungen von aktuell knapp 39 000 Euro auf 87 000 Euro steigen, erklärte der Rathauschef. Der "Bäderpfennig" gehört in den Rahmen der Neuordnung des Kommunalen Finanzausgleichs zum 1. Januar 2016.

Seit 2006 lief die Überprüfung des Prädikats - viele Kriterien sind zu erfüllen

Wenzel, Geschäftsführer vom Hessischen Fachausschuss für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen beim Regierungspräsidium Kassel, sprach von einem großen Aufwand für die Prüfung und die erneute Vergabe des Titels "Kneipp-Heilbad" an die Kommune im Hinterland. Im Dezember 1970 habe Endbach zum ersten Mal den Titel Bad erhalten. 1997 wurde das Prädikat letztmalig bestätigt, so Wenzel.

Im November 2006 wurde dann mit der nächsten Überprüfung gestartet, deren Abschluss sich bis Ende 2014 hinzog. Nun gab es dafür die vom Wirtschaftsminister und dem Vorsitzendem des Hessischen Fachausschusses für Kurorte, Erholungsorte und Heilbrunnen, Reinhard Otto, unterzeichnete Urkunde.

Diese lange Zeitspanne lag zum Teil an den wechselnden Ansprechpartnern in Bad Endbach und an den Veränderungen im Regierungspräsidium. Außerdem sind bei einem Hochwasser im Keller des Rathauses Unterlagen verloren gegangenen. Im Rahmen der Nachprüfung mussten unter anderem die Reha-Einrichtungen, die ausreichende medizinische Versorgung durch Ärzte, Apotheken und Erste Hilfe vor Ort sowie die ausgebildeten Kneipp-Fachkräfte getestet werden.

Für das Prädikat "Kneipp-Heilbad" ist zudem ein Kur- oder Badearzt, ausreichende physikalisch-therapeutische Einrichtungen wie Massage und Krankengymnastik, ein Kurpark, eine zentrale Auskunftsstelle sowie Angebote für gesundheitliche und sportliche Aktivitäten notwendig.

Zudem wurden diverse Gutachten zur Luftqualität und zum Klima beziehungsweise deren Auswirkungen auf die Gesundheit der Gäste und Erholungssuchende erstellt.


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