Für den Notfall vorbereitet

STATIONSAUSBILDUNG Einsatzkräfte schulen in Rachelshausen ihr Fachwissen

Marco Ruprecht testet die Absturzsicherung und lässt sich dazu von Michael Wiegand von der Drehleiter abseilen. (Foto: Piplies)

Auch das korrekte Anstellen von Leitern muss geübt werden - so wie beim "Tag der Gladenbacher Feuerwehren". (Foto: Piplies)

Aus Leitern, Plane und Seilen wird ein provisorischer Wasserspeicher aufgebaut. (Foto: Piplies)

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Zum "Tag der Gladenbacher Feuerwehren" gehört stets eine gemeinsame Übung. Diesmal entschieden sich die Organisatoren für eine Stationsausbildung, da einige Aktive verschiedene Wünsche zu bestimmten Themenschwerpunkten geäußert hatten. Für die optimale Vorbereitung sorgten die Gastgeber aus Rachelshausen. Sie richteten die einzelnen Stationen ein und stellten beim gleichzeitig stattfindenden Dorffest ausreichend Verpflegung und Getränke bereit.

Zu Beginn der Übung am frühen Morgen unternahm Stadtbrandinspektor Horak mit Bürgermeister Peter Kremer (parteilos) und Magistratsmitglied Jens Urban (FW) einen Rundgang zu allen Stationen. Dabei erfuhren die Gäste Wissenswertes zu den Übungsthemen und stießen auch auf einige Verbesserungsvorschläge, die Stadt oder Feuerwehren demnächst zum besseren Schutz der Bürger umsetzen wollen.

So sollen an die vorhandenen Zisternen kleine Schilder mit der Volumenangabe angebracht werden. Damit könne der jeweilige Wehr- oder Truppführer vor Ort gleich einschätzen, wie lange das gespeicherte Wasser für einen ersten Löschangriff ausreichen werde oder eine längere Schlauchleitung zum nächsten Hydranten notwendig werde, erläuterte Horak.

An den einzelnen Stationen konnten die 80 Feuerwehrleute ihr praktisches und theoretisches Fachwissen auffrischen und ergänzen. Für einen Wald- und Flächenbrand - weit von der nächsten Wasserleitung entfernt - bauten die ehrenamtlichen Retter ein provisorisches Wasserbecken aus vier Leitern, Seilen und einer Plane. Dieses Bassin kann im Erstfall auch von Landwirten mit ihren Tankwagen befüllt werden.

Den Umgang mit tragbaren Leitern und den verschiedenen Knoten durften die Feuerwehrleute an weiteren Stationen vertiefen.

Die Aktiven lernen Geräte kennen, die nicht in jedem Stadtteil auf einem Fahrzeug vorhanden sind

Neben der Intensivierung im Digitalfunk und Unterweisungen im Umgang mit giftigen Stoffen lernten die Aktiven auch Geräte kennen, die nicht jede Stadtteilwehr auf ihren Fahrzeugen mit sich führt.

Hierzu zählt eine mobile Rauchschutzwand, welche die Rauchentwicklung in angrenzenden Räumen verhindern soll und so den Schaden reduziert. Eine weitere Neuerung sind die Hohlstrahlrohre, mit denen sich sowohl die Wassermenge als auch die Form des Wasseraustritts direkt einstellen lässt. Diese Technik sei zukunftsweisend, denn damit lasse sich mit weniger Wasser viel schneller mehr Wärme binden und damit ein Brand schneller bekämpfen, erklärte Horak.

An der Drehleiter der Gladenbacher Kernstadtwehr konnten die Kameraden Techniken zur Absturzsicherung sowie zum Bergen und Abseilen von Verletzten üben. Horak lobte den Einsatz der Feuerwehrleute. Es seien viele Ehrenamtliche dabei, die sich weit über das Notwendige hinaus engagierten und sogar ihren Urlaub für die Feuerwehr nutzen. "Gerade ein solches Engagement und der Spaß bei der Feuerwehr zieht viele junge Leute mit", sagte der Stadtbrandinspektor. Da mache ihm auch seine Aufgabe als "Oberfeuerwehrchef" große Freude.


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