
"Wir haben vermehrt Anfragen von Eltern aus Bad Laasphe, die ihre Kinder wegen G9 hierher schicken möchten", bestätigte Schulleiter Dr. Eberhard Scholl. Denn im Nachbarland Nordrhein-Westfalen gilt weiterhin die verkürzte Gymnasiallaufzeit von acht Jahren, die bei vielen Eltern in der Kritik steht, dass sie den Kinder zu viel Freizeit raubt.

Radioaktiv in der Nebelkammer, explosiv in der Chemie und getäuscht in Bio
Doch nicht nur die Aussicht auf eine "entspanntere" Schulzeit mit G9 interessierte die Besucher, auch das schulische Angebot an der LTS ließ so manchen Besucher staunen.
Vor allem in den naturwissenschaftlichen Fächern tummelten sich die Kinder mit ihren Eltern - einerseits, weil Fächer wie Physik, Chemie und Biologie für die Grundschüler Neuland bedeuten, andererseits aber auch wegen der Experimente, die sie dort durchführen konnten. So erlebten die Gäste in der Physik etwa, wie sich ein leuchtender 47 000-Volt-Funken knisternd zwischen zwei Eisenstangen in die Höhe schob oder wie die so genannte "Wilson'sche Nebelkammer" die uns ständig umgebende Strahlung sichtbar macht. In der Chemie wiederum konnten die Schüler Flammen färben oder kleine Explosionen durchführen, und in der Biologie lud Rolf Götza die Besucher dazu, sich von optischen Täuschungen die Sinne verwirren zu lassen.
Längere Schulzeit stärkt Hoffnung der Musiklehrer auf mehr Kinder im Orchester
Neben den besonders "attraktiven" Fächern verfügt die LTS über ein breites Spektrum an Lehr- und Lernangeboten - seien es nun Fremdsprachen wie Englisch, Französisch, Spanisch und Latein, Politik und Wirtschaftswissenschaften oder auch Erdkunde und Geschichte. Selbst für Mathematik lässt sich dank spielerischer Ansätze durchaus Begeisterung wecken. Ebenso wenig fehlten Zusatzangebote wie der bilinguale Unterricht, die pädagogische Mittagsbetreuung, die Arbeit des Schulbiologiezentrums, Berichte über Schulfahrten oder die Vorstellung der sport- und musikbetonten Klassen. Letztere stellte sich den Besuchern im Foyer unter der Leitung von Klaus-Jürgen Höfer mit einem kleinen Konzert vor.
Auch die Musiklehrer hoffen auf steigenden Schülerzahlen dank G9. Denn aufgrund der Belastungen der Schüler durch die verkürzte Gymnasiallaufzeit war die Zahl der Mitglieder im Schulorchester zuletzt erheblich gesunken.







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