
"Die erste Praxisphase ist immer eine ganz besondere", erklärt Gerd Manthei, Professor an der Technischen Hochschule Mittelhessen, der sowohl den neuen Studiengang "Ingenieurwesen Fachrichtung Formgebung" als auch die neue Außenstelle in Biedenkopf leitet. Nach einem Semester voller Vorlesungen, Seminare und Workshops, nach einer intensiven Klausurenwoche und einer kurzen Zeit zum Durchschnaufen hätten sich alle jungen Frauen und Männer auf die sechs Wochen im Betrieb gefreut: "In ihren Firmen können die Studenten schon erstes Wissen anwenden und zeigen, dass sie fit für die Praxis sind."

Neun Unternehmen aus der Region entsenden 18 junge Leute
Die Unternehmen Müller Modell- und Formenbau, GEA Food Solutions sowie Meissner in Wallau, Müller Formenbau in Niederdieten, die Formenbau Krug GmbH in Breidenbach, Elkamet Kunststofftechnik in Biedenkopf, Georg Fischer DEKA in Dautphetal-Mornshausen, Zimmermann Formenbau in Erdhausen sowie die Reinhard Bretthauer GmbH in Dillenburg haben insgesamt 18 Studenten in den neuen Studiengang nach Biedenkopf entsendet. Damit sind diese Firmen Partnerunternehmen des "CompetenceCenter Duale Hochschulstudien". Jeder Betrieb hat "seinem" Studenten eine spezielle Aufgabe für die erste Praxisphase gestellt. Yannik Vaupel beispielsweise untersucht bei Elkamet in Biedenkopf die speziellen Anforderungen an einen Leuchtkasten. "Die Firmen wählen für die Studenten meistens Themen aus, die schon immer mal behandelt werden sollten, für die im Alltagsgeschäft aber einfach keine Zeit ist", erklärt Manthei. Mindestens einmal während der Praxisphase besucht er die Studenten in den Betrieben. Bei diesen Besuchen spricht er auch mit den Mitarbeitern, die den Studenten im Unternehmen zur Seite stehen. Jeder Student hat einen "Firmenbetreuer", der ihm nicht nur während der ersten Praxisphase, sondern über das gesamte Studium hinweg ein wichtiger Ansprechpartner ist. Als Ergebnis jeder Praxisphase müssen die Studenten einen Bericht abgeben sowie vor ihren Professoren, Kommilitonen und Firmenbetreuern eine Präsentation zeigen. Bericht und Präsentation werden benotet, diese Note fließt schon in die Abschlussnote ein. "Entsprechend großen Wert messen wir dem Bericht und der Präsentation bei", sagt Gerd Manthei. Im ersten Semester haben die Studenten die Grundlagen des wissenschaftlichen Arbeitens gelernt, "der Bericht ist gleichwohl das wichtigste Thema während meines Besuchs", berichtet der Professor: Die Studenten fragen nach Gliederung und Aufbau ihres Berichts, das richtige Zitieren und Angeben von Quellen.
Bis zum 23. März bleiben die Studenten in den Unternehmen, am 25. März beginnt das zweite Semester in Biedenkopf. Studienleiter Gerd Manthei zieht ein positives Fazit des ersten Semesters im neuen Studiengang und am neuen Standort in Biedenkopf: "Es ist hervorragend angelaufen", sagt der Professor.
Zusammenhalt unter den Hinterländern an der Hochschule ist "ein besonderer"
Besonders die Kooperation mit den Beruflichen Schulen, der enge Kontakt zu den heimischen Firmen, zur Industrie- und Handelskammer und zu den Mandatsträgern in den Hinterland-Kommunen sei "absolut gewinnbringend."
Bei den Studenten, die alle aus dem Hinterland oder angrenzenden Orten kommen, sei die "hohe regionale Verbundenheit" spürbar: "Der Zusammenhalt unter den Hinterland-Studenten, der ist schon ein ganz besonderer."







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